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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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124
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als der berühmte Büffon mit einem neuen Systeme auftrat. Diesergrosse Naturforscher, sicherlich aber kein grosser Pferdekennerund Züchter, stellte die Behauptung auf: die verschiedenstenRacen sind zu kreuzen, je heterogener desto besser, seihst wenndie Hengste nicht so edel als die Stuten; nur fremdes Blut istzusammenzupaaren, südliches mit nördlichem, östliches mit west-lichem! Und diese Behauptung fand Anklang nicht allein inFrankreich , sondern auch in dem nachahmungssüchtigen Deutsch­ land , wo man alsbald die unzweckmässigsten, widersinnigstenKreuzungen vornahm. Mit einigen Ausnahmen, die wir gleichanführen werden, entstanden nun die buntesten Mischracen, jaman versuchte es sogar, wie z. B. der damalige Gestütsdirectorin Württemberg, Simon Winter von Adlersflügel, Pferde mitHirschen und anderen Thiergattungen zu paren. Der Erfolgkonnte demnach nur solchen widersinnigen Versuchen und derlächerlichen Richtung der damaligen Mode entsprechen.

Nur in Mecklenburg , einem fruchtbaren, von vielen wohl-habenden Grundbesitzern bewohnten Lande, hatte man bei derZucht der Pferde bessere Principien befolgt und den vorhandenenLandesschlag, der sich vor allen in Deutschland auszeichnete,und wahrscheinlich von den besseren Racen vor Alters eingewan-derter asiatischer Völker abslainmte, rein zu erhalten gesucht.Man hatte in Mecklenburg weder die früheren Farbenmischungenberücksichtigt, noch später nach dem Büffonschen Systeme ge-kreuzt, und in Folge dessen seine gute brauchbare Landesracebewahrt.

Durch das Beispiel anderer Länder, besonders Englands, be-lehrt und von der Nichtigkeit der bisher befolgten Systeme beider Pferdezucht überzeugt, unternahmen es zwei deutsche Für­ sten , die vaterländische Pferdezucht nach vernünftigen, practisch