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so ging er doch darin zu weit, dass er eine fremde, als edelbewährte Race nur rein in sich fortpflanzen und nicht mit dengeringeren Landesracen kreuzen wollte. Er empfahl lediglich diereine Inzucht: Deutschland würde, zu jener Zeit wie noch heute,durch eine solche seine Pferderacen nicht sonderlich vervoll-kommnet und keinenfalls veredelt haben. Nichts desto wenigertrug Wollstein’s, wie seines Schülers Justinus, neues System, diebesten Früchte, indem es die damals bestehenden Grundsätze undBestrebungen bei der Pferdezucht in ihrer Nichtigkeit und Lä-cherlichkeit hinstellte und mindestens auf einen richtigeren Wegleitete.
Unter den Privaten, die im deutschen Oesterreich hauptsäch-lich für die Veredlung der Pferdezucht in jüngster Zeit gewirkthaben, können wir unter vielen Andern den Erzherzog Maximilian und den Grafen Breunner nennen, die in England treffliche Pferdezu enormen Preisen kauften und in ihren Gestüten anwendeten.Dieses Beispiel fand Nachahmung, es ward Ton unter derösterreichischen hohen Aristokratie, schöne Pferde zu besitzen,die Wettrennen kamen auf, der lange Frieden nach blutigenKriegen begünstigte alle Unternehmungen, und die sorgsame Re-gierung hinderte diese löblichen Bestrebungen nicht, und beauf-sichtigte es nur väterlich. Sonach steht zu erwarten, dass diePferdezucht im österreichischen Staate sich mehr und mehr hebenwerde.
Die Landpferde in den deutschen Provinzen, von Ungarn undItalien , so weit es zu Oesterreich gehört, sind bereits besprochen,sie sind sehr verschiedener Art, je nachdem das Clima , der Bodenund die Bedürfnisse der Bewohner verschieden sind. Die Arbeits-und schweren Zugpferde im Erzherzogthum Oesterreich, in Steier mark , Kärnthen und im Salzburgischen sind treffliche Schläge,