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allgemeinen Landgestiitwesens an. Der Krieg von 1813 verur-sachte wieder eine Störung in diesen nützlichen, bereits aufblü-henden Instituten, zur Entschädigung fiel aber ein grosser Theildes Zweibrück’schen Gestüts, bei dem Vordringen der Preussen,diesen in die Hände, und musste zur Vermehrung und Veredlungdes Neustädter dienen. Auch liess die preussische Regierungnach dein ersten Pariser Frieden eine Anzahl schwerer Hengstezur Vergrösscrung der Landpferde in der Normandie aufkaufen,der Erfolg entsprach jedoch dem beabsichtigten Zwecke keines-wegs. Dagegen erhoben sich seit 1815 die Stammgestüte durchwiederholte Zuziehung orientalischer und englischer Hengste wieStuten immer mehr, und durch die Erwerbung eines grossenTheils von Sachsen , in welchem einige Gestüte z. B. Vesra sichbefanden, vermehrte Preussen überdem sein Gestütwesen. Ammeisten jedoch war es auf die Verbesserung und Vermehrungder Landbeschäler bedacht, und was es in dieser Hinsicht geleistet,die bedeutenden Erfolge, die es errungen, beweist der actuelleStand der Pferdezucht in Preussen. Nicht allein, dass alle Ge-brauchspferde, alle Pferde für das beträchtliche Heerwesen imLande selbst gezüchtet werden, so ist auch die Zahl der Luxus-,edler Reit - und Wagenpferde bedeutend, und kann ein grosserTheil derselben ausgeführt werden, wofür nicht unbeträchtlicheSummen vom Auslande nach Preussen fliessen. Diese Vortheileverdankt aber Preussen lediglich der Einführung von Stamm - undLandgestüten; in ersteren züchtete es fremde edle Racen reinfort, und gewann dadurch, wie theils durch Ankauf in früherenZeiten, einen trefflichen Stamm von Landbeschälern, durch welchees wieder so segensreich auf die allgemeine Landespferdezuchteinwirkte. Daraus nun, wie aus dem Gegentheile in Anspach,Zweibrücken und in andern Ländern, wo die Stamm- und