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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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134
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Landgestüte aufgehoben wurden, ersehen wir deutlich, dass fürDeutschland das Bestehen oder die Errichtung von Stamm- undLandgeslüten von Seiten der Regierungen zur Verbesserung undErhaltung der Pferdezucht wesentlich nöthig ist, und dass erstdann, wenn einst diese durchgängig veredelt ist und auch inweiterer Ausdehnung von Privaten betrieben wird, vielleicht diekostspieligen Staatsanstalten vermindert oder gänzlich aufgehobenwerden könnten. Doch bis dahin, und es möchte noch langewähren, sind für die meisten Länder Deutschlands die Stamm-und Landgestüte von grösstem Nutzen eine ernste Frage fürdie Nationalökonomie, was auch die Vcrlheidiger einer sogenann-tenfreien Pferdezucht, einseitige Anglomanen und viele Hip-pologen von einer entgegengesetzten Ansicht dagegen einwendenmögen. Ein jedes Ding hat zwei Seiten; was für England, viel-leicht auch für Mecklenburg , gut und zweckmässig sein mag, istes desshalb noch nicht für andere Länder, nicht für die meistenStaaten Deutschlands . In England und in geringerem Grade auchin Mecklenburg gibt es viele reiche und grosse Grundbesitzer,kleine Grundeigenthümer fast gar nicht, sondern nur Pächter; daliegt es nun natürlich in dem Nutzen der grossen Grundherren,die Pferdezucht zu begünstigen, die ihnen überdem, abgesehenvon der Mode und den Forderungen des Geschmacks und desLuxus, viele Yorlheile bietet, sei es auf der Rennbahn, sei esdurch den Verkauf edler Thiere, durch Beschälen u. s. w.

Wenn man der Pferdezucht in Preussen und im ganzendeutschen Lande den Vorwurf macht, dass die Nachkommen derenglischen und noch mehr der arabischen Race klein, fein undschwach von Knochen wären, so hat das seine guten Gründe.Die ersten Nachkommen von Godolphin und Darley-Araber undvielen andern edeln morgenländischen Hengsten haben auch nicht