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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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gekehrt. Der Schweif ist gut angesetzt, die Rübe ist klein, dieHaare daran fein und sparsam. Seine Schienbeine sind kurz undhart wie Demant, die Fesseln biegsam, die Hilfe besonders hart,und die Füssc offen und räumig. Sein Gemüth ist in den Augenzu lesen,ein fröhliches Thier, ohne die geringste Spur vonBösartigkeit. Diess ist ungefähr die Beschreibung eines berühm-ten englischen Hippologcn von dem Sultan , zu der er späternoch hinzufügt, dass in der Aclion desselben nichts überflüssigeszu entdecken, dass sie ruhig, graeiös und völlig frei von irgendeinem Merkmale überflüssiger Anstrengung sei.Brauchbarkeitsei das Characteristische dieses wundervollen Pferdes, wie desarabischen überhaupt. Der Sultan , der 1838 nach Württem-berg kam, starb, nachdem er einige Zeit gekränkelt, aber eineAnzahl edler Stuten belegt hatte, schon 1841. Mit ihm zugleichkam, aus England, der arabische Schimmelhengst Padisckah.Dieses Thier halte früher dem Häuptling des arabischen StammesMonteßk gehört, und ward von Baud - Pascha, dem Befehls-haber in Bagdad , auf einem Kriegszuge erbeutet. Daut-Paschaschenkte es dem englischen Gesandten am persischen Hofe, Mac-donald, worauf es bald nach England kam. Es muss den vonihm gehegten Erwartungen in Württemberg nicht entsprochenhaben, indem es 1842 der badischen Regierung verkauft wurde.

Im Jahre 1841 reiste der Stallmeister, Baron von Tauben-heim, ein grosser Verehrer der arabischen Race und von Jugendauf mit deren Zucht im Württembergischen vertraut, im Aufträgeseines Monarchen nach dem Orient. Drang er auch nicht bisnach Arabien selbst vor, so gelang es ihm doch, viele Beduinen-sliimme, die durch ihre Pferdezucht berühmt sind, und andereBesitzer von edlen Pferden an den Grenzen Arabiens, in Syrien ,Kleinasien u. s. w. zu sehen. AVie schwer es halten muss, sich