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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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179
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dahin befolgte Züchtungssystem, von der Ansicht abgekommen zusein, nur grosse, starkknochige Araber züchten zu wollen. Manhatte diesen Zweck, der von allen Seiten empfohlen und gewünschtwurde und dem Geschmacke der Zeit entsprach, durch reichlichesFutter, grosse Sorgfalt in Wartung und Pflege, durch die Wahlbei der Paarung und durch langes Schonen der jungen Pferde,die man nicht vor dem fünften Jahre benutzte und dann nochnicht anstrengte, erreicht, und die Nachzucht bedeutend vergrös-sert. Wenn diess aber der einzige Zweck (wie in England z. B.die möglichste Schnelligkeit) ist, so werden andere Eigenschaftendarunter leiden müssen. Das arabische Pferd ist einmal von einemkleinen, höchstens von einem Mitlelschlage; wenn es künstlich vergrös-sert wird, könnte das Edle darunter leiden. Man scheint desshalb imwürttembergischen Gestüte von der Zucht blos grosser und stark-knochiger arabischer Pferde allmählig zurückgekommen zu sein,und das Reine, Hochedle, den wahrhaft arabischen Typus wiedervorzuziehen. Beweis dafür möchte die Wahl von zwei kleinen,aber ausgezeichnet schönen Hengsten zu Beschälern sein, desCham , den der Baron von Taubenheim aus dem Orient brachte,und des Massud, eines fünfjährigen, selbstgezogenen Schimmel-hengstes, eines wahren Ideals von einem Pferde, der jedoch nur14 Faust 2 Zoll misst.