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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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gewähren, ihre Wohlgen ähr tlieit, ihr glänzendes, sauberes Haar,ihre Freude und Lust und ihr Uebermuth, wobei sie fromm wieLämmer sind und so zutraulich wie Hunde; sie beriechen undbegleiten den Fremden, wie einen alten Bekannten, sind dabeiaber in der Tliat so wohlgezogen, ich möchte sagen von so edlerAbkunft und guter Erziehung, dass sie nie belästigen, sondernnur erfreuen. Sie werden übrigens mit der grössten Milde er-zogen und behandelt, nie geschlagen, nicht einmal mit hartenWorten angeschrieen, deshalb haben sie zu den Menschen sogrosse Neigung, deshalb sind sie gutartig, fromm und treu.

Unter den Fohlen zeigte man mir mehrere Nachkommendes berühmten Hengstes Sultan , den der Imam von Muscat demKönig von England schenkte und der 1838 nach Württembergkam und 1841 starb. Diese Nachkommen besitzen den Geistund das Feuer des Vaters, ausserdem will man aber bemer-ken, dass sic nicht so hochedel sind, wie der Sultan es war.Wie ihre Leistungen sein werden, muss man noch erwarten,mehrere von ihnen tragen die schwarze Farbe, des Sultan .Ausserdem trifft man viele Nachkommen vom Padischah, Burnu,Seglawy und Cham , vom Massud und Schaban , vom Bairaktarund Amurath. Man theilte absichtlich verschiedene Hengste, andenen man nie Mangel litt, verschiedenen Stuten zu, und nachdem Ausfallen der Nachkommen die frühere Paarung fortzusetzenoder eine neue zu versuchen. Macht man doch dem im könig-lichen Privatgestüte befolgten Züchtungssysteme sogar den Vor-wurf, dass man zu viel Hengste verwendet, zu oft die Beschälergewechselt habe. Diess kann allerdings nur derjenige, der überviele Beschäler gebietet; es war ja auch die Tendenz des Grün-ders, der orientalischen Reinzucht in Württemberg durch Versuchezu bethätigen, dass man in unserem Clima und zu unseren Gebrauchs-

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Das orientalische Pferd.