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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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198
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Das Gestüt würde allerdings von jetzt an durch reine In-zucht fortbestehen können, der hohe Besitzer hält es aber fürräthlicher, von Zeit zu Zeit den vorhandenen Stamm durch neuesedles Blut aufzufrischen und lässt demzufolge noch immer achtarabische Pferde, namentlich Hengste von unbestritten reinen undedeln Geschlechtern ankaufen, sobald sich eine günstige Gelegen-heit darbietet. Allerdings kommen auf diese Art erworbeneThiere viel höher zu stehen, als selbstgezüchtete, unter denen essicherlich eben so edle und treffliche Exemplare giebt. Einselbstgezüchteles Pferd der arabischen Race kommt bis zu seinemfünften Jahre ungefähr auf 600 Gulden zu stehen, dabei ist nichtmitgerechnet, was die Einrichtung des Gestütes kostet, der Ertrag,der aus den Landgütern bei zweckmässiger Bewirtschaftung ge-zogen werden könnte und die Zinsen von dem Capital, welchesauf den Ankauf der vielen edeln und theuren Pferde verwendetwurde: -wenn dieses Alles genau berechnet würde, so möchtedie Aufzucht der arabischen Pferde des Gestüts noch viel höherkommen. Doch wie gesagt, das Gestüt dient seinem erhabenenGründer und Erhalter zum Vergnügen, versieht den Leibstall mittrefflichen Reit- und leichten Wagenpferden, verbessert die Lan-desrace, regt zur Veredlung der Privalpferdezucht an und bringtdem Lande wesentlichen Nutzen.

Von dem königlichen Privatgestüte sind uns noch die Fohlen-höfe von Kleinhohenheim und Monrepos übrig. Ueberbeide ist schon im Allgemeinen gesprochen: während der letzten Zeithat sich ihr Bestand, wie das stets im Beginn des Frühlings Stattfindet, wesentlich verändert. Die fünfjährigen Hengste in Klein-hohenheim sind nach Stuttgart gebracht und in den königlichenStällen aufgestellt, dasselbe geschah in Monrepos , wo schon dievierjährigen von der grossem Race, dem Wagenschlage, ausge-