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Pferde kostet und dass edle Pferde im Orient selbst selten undsehr schwer zu erlangen sind und die Preise, welche Händlerund Züchter dafür fordern, übermässig hoch gestellt werden. Manmuss zufrieden sein, wenn man im Orient für schweres Geld undkostbare Geschenke ein edles, bewährtes Thier erhält; erprobteStuten und ausgezeichnete Beschäler sind nur selten, mit grössterMühe und zu bedeutenden Preisen zu erlangen. Wir haben schonfrüher über diesen Punct gesprochen, ich könnte einen neuenGewährsmann, den Herrn Fürsten von Pückler-Muskau , der unterdem mächtigsten Schutze mehrere Jahre im Oriente verlebte undzwölf edle arabische Pferde von dort mitbrachte, anführen. Ausdem Munde dieses genialen Reisenden und berühmten Hippologen,der früher das englische Pferd vor allen schätzte, jetzt aber auseigener Erfahrung in vielen Stücken dem arabischen den Vorzugcinräumt, habe ich vernommen, wie schwer und kostspielig essei, ausgezeichnete Pferde von einiger Renommee, worauf die Be-duinen - Araber viel geben, in Arabien und den angrenzendenLändern zu kaufen. Es wird daher durchaus nicht auffallen, dassder König von Württemberg viele Pferde der edelsten Art fürsehr hohe Preise sich verschaffte, dass er viele andere, die ermit grosser Mühe und vielen Kosten erhielt, z. B. die dongole-sisclie und einige andere orientalische Racen, bald wieder aus-stiess und dass diess ebenfalls mit vielen Hengsten geschah, welchegrosse Summen gekostet hatten. Um ungefähr einen Begriff da-von zu geben, wie hoch die Ankaufssummen für edle National-araber sich beliefen, will ich nur anführen, dass die von demBaron von Fechtig erkauften Hengste das Stück auf 2 — 3000Ducaten zu stehen kamen und dass eine arabische Zuchtstute sichnoch im Gestüte befindet, die zwischen 16 und 18,000 Guldenkostete.