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hengsl Chaban. Diess wären die renommirtesten Pferde arabischerZucht, von der jüngsten Aufstallung. Neben anderen derselbenRace, die nicht von derselben Vorzüglichkeit wie die genanntensind, bemerken wir besonders noch zwei kleine allerliebste Schim-mel, die zu Droschkenpferden für Se. Majestät bestimmt sind undeingefahren werden. Man kann nichts Schöneres sehen, als diesebeiden feinen Thiere vor einer leichten Droschke. — Unter derneu aufgestellten Remonte für den Wagenschlag erblicken wirwahrhaft riesige Thiere, namentlich zwei Schimmel, die 5 Jahrealt und 18 Faust 2 Zoll hoch sind. Der Stamm der Rappen,neuerdings grosscntheils aus Trakehnern bestehend, erreicht nichtdie Grösse der Schimmel, bildet aber dennoch einen kräftigen,brauchbaren und eleganten Wagenschlag.
In den übrigen Stallungen des Marstalls betrachten wir nocheine Abtheilung Pferde und Maullhiere, die hinter dem grossenLandbeschälerstalle zur Rechten des Eingangs aufgestellt sind.Es sind Wagenpferde, die theils für den Dienst des Hofes, theilszu anderen Zwecken verwendet werden, meist ausrangirte, oderalte, oder Pferde von geringerem Aeusseren, die zu den Neben-diensten, für das Ilof- und Schauspieler-Personale u. s. w. bestimmtsind, wie die Maullhiere, die auf dem Privatgestüte zur Comple-lirung der vorhandenen Züge fortgezüchtet werden; für die Ar-beiten in den königlichen Anlagen, zur Herbeischalfung des Fut-ters und für die übrigen ökonomischen Dienste und Arbeiten, dieder Marstall und Leibstall erheischen.
Bevor ich auf den Theil des Marstalls, welcher die Landbe-schäler umfasst und auf diese selbst eingehe, will ich des Zusam-menhangs und der Vollständigkeit wegen vorher des königlichwürttembergischen Landgestüts, des Stammgestüts für die Land-beschäler, in der Kürze erwähnen. Unter den früheren Regenten