Württembergs war Marbach zugleich Hof- und Landgestüt;ausser dem Stutenhofe Marbach gehörten zu jenem Etablissementnoch die Fohlenhöfe Güter st ein und Offen hausen. Wirwissen, wie die Pferdezucht vormals in Württemberg beschaffenwar, obwohl Patrioten behaupteten, dass dieselbe im vorigen Jahr-hundert unter Herzog Karl durchaus nicht vernachlässigt gewesenund damals würltembergische s. g. Albpferde selbst nach Frank reich ausgeführt, dort gut bezahlt und zur Jagd benutzt wordenseien. Möge dem so sein, so erhellt daraus nur, dass man Ge-birgspferde aus einigen Gegenden Württembergs zu gewissenZwecken sich in Frankreich verschaffte, wo damals die Pferde-zucht sehr darniederlag. Jene Albpferde waren überdem keineedle, keine Gestütpferde, sondern ein kleiner, dauerhafter, an ge-birgiges Terrain gewöhnter Schlag. Die Landespferdezucht, wiediejenige edler Tldere des Reit - und Wagenschlages, bot sonstim Württembergischen bis auf die Regierung des jetzigen Königsnicht viel Rühmliches dar, denn alle besseren Pferde wurden frü-her vom Auslande eingeführt. Wie der jetzt regierende Könignach seiner Thronbesteigung die Aufmerksamkeit auf so vieleund alle Zweige der Regierung und Verwaltung, auf die Ver-mehrung des allgemeinen Wohlstandes und auf Verbesserung derbestehenden Gewerbe, Institute, des Ackerbaues und der Vieh-zucht richtete, so insbesondere auf die Landespferdezucht, die ihmmit allem Recht äusserst wichtig erschien. Dass König Wilhelmsein Privatgestüt vermehrte und vcrvollkommnete, haben wir einesWeiteren gesehen, er wollte aber für sich und den königlichenDienst nicht blos edle und tüchtige Pferde züchten, sondern zu-gleich die allgemeine Landespferdezucht verbessern. Marbachward von ihm zum Landgestüt bestimmt und dem Lande über-geben, das s. g. Hofgestül aufgehoben und dafür das königliche
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