282 Schreiben an den Herrn P.ſezung, in meinem zweiten phyſikaliſchen
Sendſchreiben beibrachte. Ettoa tauſend La-
teiniſche Verſe von der, und von iener
Sceite eben ſo viele Deutſche, ſollen Ihnen
wenigſtens den virgilianiſchen Vers tief ins
Gedaͤchtnis einpraͤgen:
Cautius iſta viris tamen obiicienda me-
mento. 5
Sagen Sie nun, Seerter Freund, obman einen Dichter reizen duͤrfe? ſehen Sie
ſelbſt, das ich beinahe ganz ins Feuer ge-raten waͤre.. 8Ich komme zu Ihrer lezten Bedenk-
lichkeit„da ſie ſorgen, das es vielen an-
ſtoßig ſein moͤgte, das ich in der Jal der
Vielheit von mir und meiner geringen Schriftgeredet habe. Erlauben Sie mir, das ich
hier zwei Fragen aufwerfe. Einmal, ob es
beſcheidener gebalten ſei, wenn ſich ein Schriſt-
ſteller ich oder wir neunet? Zweitens: obich mich nicht mit genugſamen Beiſpielen
der angeſehenſten Schriftſteller in dieſem
Falle genugſam ſchuͤſen koͤnne? Doch ichwill beide Fragen nicht entſcheiden, auchvon Ihnen die Entſcheidung derſelben nichterbitten. Es iſt mir mer daran gelegen,das ich mein Verfaren aus zureichenden Gruͤn-den rechtfertige. In der Ankuͤndigung meiner
Bibliothek erbat ich mir den Beitrag geneigter
Freunde und Goͤnner, und in der Hofnung,das dieſer nicht ausbleiben wuͤrde, wolte i
den Anfang gleich ſo machen, als ob ich ma⸗.
S ͤ
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