10 Coniad Gesners
gen ſo erſtaunlichen Fleis bewies, und da-dei alle Gemaͤchlichkeit hatte, unſer deutſchePlinius unter dem Drukke des Mangels in
der Jugend, und unter der Beſchwerde ei“
nes ſich ſelbſt aus Uebereilung zugezogenen
Hauskreuzes, dem Fleiſſe ſeines Muſters/
wo nicht zuvor, doch gleich kam.
Es hat zuweilen das Anſehen, alswann die auf die Wiſſenſchaften erpichteEmſigkeit den groͤſſeſten Gelerten die noͤtigeAchtſamkeit auf ihre haͤusliche Umſtaͤnde rau-bete. In den Feler verfiel Gesner, da el
vor dem zwanzigſten Jare, und ohne hin“reichende Einname zu haben, heiratete.
Doch eben dieſe gar menſchliche Ueberei-
lung trieb ihn hernach ſo viel ſtaͤrker zu Fort-
ſezung ſeines Fleiſſes, weil derſelbe das un“
entberliche Mittel ſeiner noͤigen Erhaltung
.
ward. f
Doch ſein Fleis haͤtte ihm ſchaden kon,nen, wann ſein gluͤkſeliges Naturel und ſein
faͤhiges Gedaͤchtnis nicht zu ſtatten gekom“men. Er hat dies ſelbſt, zur Warnungder Jugend, aufgezeichnet. Er hat in der
Jugend, ſonderlich Zeit ſeines Aufenthalt?
in Paris, alles zu lernen den Ergeiz ge-
habt: und welche unverdauliche Menge von
Wiſſenſchaften haͤtte er eingeſchlükt, waͤle
ſein Geiſt nicht ſo faͤhig geweſen. Eben 7.
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