14 Conrad Gesners
Was unſers Gesners Schriften an-betrift, ſo haben wir oben ſchon durch ihre
Verteilung uns dahin vorbereitet, das wirhier die philologiſche und eigentlich medicini-ſche übergehen 9 8 ob gleich nicht zu
leugnen ſtehet, das er auch hierin ein beſon-ders Lob hat, da er in ſeiner Blibliothek
und in den Pandekten zuerſt unter den Deut-
ſchen die Gelertengeſchichte getrieben, und ſiezu treiben Muſter und Weiſe gegeben hat.
Wir wollen blos dieienige, welche zur Na-turwiſſenſchaft gehoͤren; doch auch dieſe nichtalle, ſondern die das Thierreich betreffen;
anzeigen. öEs hat derſelbe auf die Pflanzengeſchichte
auſſerordentlichen Fleis gewendet, weil ihm
ſein Mutterbruder„ der Prediger JoanErik, in zarter Jugend ſchon dazu Luſt ge-macht und Anleikung gegeben hatte. Er
Stecher ſtets zugegen geweſen, damit alles
richtig vorgeſtellet wuͤrde. Noch mereres
hat er in der Kraͤuterwiſſenſchaft zu unternemen und heraus zu geben vorgehabt: daer ſelbſt allenthalben, wo er ſich aufhielt
hat verſchiedene dahin gehoͤrige Schriften her-aus gegeben, in dieſen die Pflanzen ſauberabzeichnen laſſen, und iſt dem Maler und
Pflanzen ſamlete, von fernen Orten her
auf möͤglichſte Weiſe verſchaffete, und dadurcheinen koͤſtlichen Vorrat zuſammen bea 0 5