Vom bekannten feſten Lande. 25
Die weſtliche Kuͤſte von Africa iſt nicht weiter als bis 6 ½Grad nordlicher Breite gezeichnet, aber die oͤſtliche bis das Vor-gebuͤrge Praſum 12½ Grad ſuͤdlich von der Linie. Gleichwohlberichtet Herodot, daß Neco, Koͤnig in Egypten, 500 Jahrvor Chriſti Geburt Phoͤnicier durch das rothe Meer aus-ſandte, welche um ganz Africa herum ſegelten, und im drittenJahre durchs mittellaͤndiſche Meer zuruͤck kamen(2); Aber die-ſe Nachricht kam nachher ganze 2000 Jahr in Vergeſſenheit.
Das aͤuſſerſte, was gegen Oſten von Aſien bekannt war,iſt die Kuͤſte Camboia, welche Ptolomaͤus unterhalb derLinie fortgehen laͤſſet, und glaubet, daß ſie ſich nachher gegenWeſten wende, und bey dem Vorgebuͤrge Praſuim mit Afri-cg zuſammengehe. Cattigara iſt der am weitſten nach Suͤ-den und Oſten bemerkte Ort, welcher mit dem jetzigen Pontea-maß(ce) uͤbereinkomt. Nordlich vom Caſpiſchen Meere ſinddie Hyperboriſchen Berge bey 62 Grad Breite, als dieGraͤnzen des bekannten Landes gezeichnet, aber glaublich lagendie hier gemeinten Berge in der Graͤnze zwiſchen Europa undAſien, und dann ſind ſie 6 bis 7 Grad zu weit nach Norden,und gleichfalls zu weit nach Weſten geſetzt. Auſſer einem Theilder Tartarey war weiter nach Norden wenig bekannt(†).Das Indianiſche Meer der Alten, von welchem man glaubte,daß es das bekannte Aſien in Oſten und Weſten umgab, undſich nachher mit dem Eismeer vereinigte, worin auch dascaſpiſche Meer ſeinen Auslauf haben ſollte, nahm bey demBengaliſchen Meerbuſen ſeinen Anfang. Hier
(e) Schloͤzer a. a. O. 9. 146.(ee) Die Alten ſchiffeten nicht wei-ter, als bis Cattigara. Dieſer Chi-neſiſche Hafen(02Q% πα) lagan dem Fluſſe Cotiaris. Was davongegen Oſten und Suͤden lag, wardzu dem unbekannten Lande gerechnet.Wenn man alle Umſtaͤnde erwaͤgetund vergleichet, ſo wird es hoöchſt
Bergm. Phyſ. Weltbeſchr.
glaublich, daß das Cattigara der Al-ten das heutige Ponteamaß, und ihrMetropolis Sinæ, die gegenwaͤrtigeStadt Cambodia geweſen. S. I. Ca-verhill Phil. Tranf. 1767. pag. 155bis 178.
) J. M. Franz Abhandlungvon den Graͤnzen der bekannten undunbekannten Welt.§. 15.
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