26 Zwote Abtheil. Erſtes Capitel.
Hier iſt kein Platz, ſich bey den Fehlern aufzuhalten, welchedes Ptolomaͤus Charten nothwendig anhaͤngen muſten. Esiſt in der That wunderbar, daß ſie mit der rechten Lage der Laͤn-der eine ſo groſſe Gleichfoͤrmigkeit haben koͤnnen, als man wirk-lich findet, da doch die meiſten Oerter darin vermuthlich auf Nach-richten, ungewiſſen Tagereiſen und mehr ſolchen unſichern Gruͤn-den gezeichnet worden.
§. 9.
Ob America in aͤltern Zeiten bekannt gewefen, iſt ſchwermit Sicherheit auszumachen. Plato ſpricht von einer InſulAtlantica, welche auſſerhalb der Straſſe Gibraltar gele-gen, und groͤſſer geweſen, als Aſien und Africa zuſammen.Sie ſoll durch ein Erdbeben verſunken ſeyn, und ihren Namendem Meere, das ſie umfloß, gelaſſen haben(g). Diodorund Pauſanias reden von Seefahrern, welche vom Sturman unbekannte Ufer auf dieſer Seite verſchlagen worden(hz).Ein Prinz Madoe ſoll auch im zwoͤlften Jahrhundert mit einerFlotte von Irrland gegen Weſten geſegelt ſeyn, und endlich eingroſſes unbebauetes Land angetroffen, auch zweymahl aus En-gelland neue Einwohner dahin geholet haben(1). Aber ausdieſem und mehr dergleichen wird nichts mit Gewißheit geſchloſ-ſen werden koͤnnen, ob man gleich auſſer dem eine Gleichheit zwi-ſchen der americaniſchen und der alten Sprache in Wallisanfuͤhret, denn dies duͤrfte noch mehr Unterſuchung erfordern.Mit groͤſſerer Sicherheit kann man behaupten, daß von nordli-chern Orten Europens Reiſen dahin angeſtellet worden. WennGroͤnland als ein mit America zuſammenhaͤngendes Landangeſehen wird, ſo ſcheinet die Sache auſſer allem Widerſpruch zu— ſeyn,
() Plato berichtet dies in ſeinem() David Powel in ſeiner Hiſt.Timæo nach dem Solon, welcher da- des Galles ſagt, daß Madoc, alsmal ſchon vor 200 Jahren todt war, ſich die Bruͤder uͤber das Erbgut ver-und ſelbſt dieſe Nachricht von aͤgypti⸗ uneiniget, ſein Theil verlaſſen, und
ſchen Prieſtern eingezogen hatte. ſein Gluͤck auf der See geſucht() Schlözer a. O. 9. 151.159. habe.