Vom unebenen auf der Oberflaͤche. 95
Unterricht, welchen man bisher hat, verſtatten will. Haͤttenwir von allen Laͤndern taugliche phyſicaliſche Charten, ſo duͤrfteman hiebey nicht uͤber Mangel klagen, aber dieſe kann man wohlwuͤnſchen, aber kaum in langer Zeit vermuthen(q). Unterdeſ-ſen muß man ſich mit Nachrichten, Betrachtung des Waſſerzu-ges, und mehr dergleichen zu helfen ſuchen. Hiebey muß dochangemerkt werden, daß der hoͤchſte Bergruͤcken den Waſſerzugnicht allenthalben theile, man koͤnnte der Deutlichkeit wegen denZuſammenhang der Hoͤhen, die dieſe Theilung genau bewerkſtel-ligen, Landruͤcken nennen.
§. 31.
Der bekannte Sewobergs⸗Ruͤcken macht faſt die ganzeGraͤnze zwiſchen Schweden und Norwegen aus, und ſcheideruns auch an einem Theile von Rußland. Bey Gothenburg,grade gegen die Landſpitze von Juͤtland, faͤngt dieſe Bergſtreckean, ſich uͤber die Waſſerflaͤche zu erheben, folget nachher demGoͤthaſtrom bis den Wenerſee, geht ſo durch Dalen, Bo-huslehn, Wermeland und Nerike bis Dalland. Hier faͤngter gegen Lima oder Traneſtrand an, anſehnlicher zu werden,und nach der Hand die einem Gebuͤrge zukommende Hoͤhe zu ge-winnen. Inzwiſchen haͤlt er ſich an der Norwegiſchen Graͤn-ze, kruͤmmet ſich um den nordlichen Theil von Oſterbottnien,und geht bis zum weiſſen Meer, gegen welcher Gegend er ſichſehr ſenket. Wir verlaſſen ihn nun ein wenig, um zuruͤck zu ſe-hen. Dieſer Gebuͤrgeruͤcken iſt an der norwegiſchen Seite amjaͤheſten, denn das Land gebraucht an der ſchwediſchen Seite 40bis 50 Meilen ſich ſo zu erheben, wenn es von dem norwegiſchenUfer oft innerhalb 2 bis 4 Meilen zu ſelbiger Hoͤhe hinaufſteiget.
Von
() Phyſicaliſche Charten, nenne neralogiſche Charten zielen auf einendiejenigen, welche dee natuͤrliche Theil dieſes Zwecks ab, und nochBeſchaffenheit der Laͤnder vor Augen mehr ſolche, als Herr Landshaupt-legen, als ihre Berge, Hoͤhen, Ebe⸗ mann und Ritter Tilas in ſeinemnen, Fluͤſſe, Quellen, Erdarten, Ei⸗ Entwurf einer Mineralgeſchichte vongenſchaften u. dgl. Guettards mi⸗ Schweden in Vorſchlag gebracht hat.