Von den Erdſchichten. 131
Das weiſſe Gold, oder Platina del Pinto, iſt eine neueEntdeckung. Es wird von dem Fluſſe del Pinto im ſpaniſchenAmerica gediegen in kleinen Schuppen oder Koͤrnern gebracht,und iſt nach einigen Verſuchen das ſchwerſte bekannte Metall, wel-ches auſſerdem merkwuͤrdig, weil es ſehr ſtrengfluͤßig iſt().
Silber wird in groͤßtem Ueberfluſſe in Suͤdamerica gefun-den. Der bekannte Berg Potoſi gab von 1545 bis 1638 an 395Millionen Piaſter(), und in den Sandheiden gegen das Meerſind(einige auf der Oberflaͤche klebende Sandkoͤrner ausgenom-men,) ganz reine Silberklumpen an 150 Mark ſchwer gefundenworden(C). Kungsͤberg in Norwegen iſt jetzt unter den eu-ropaͤiſchen der reichſte. Im Jahre 1666 ward daſelbſt einKlumpen von 560 Mark gefunden. Das meiſte hat dieſe Gru-be mns gegeben, nemlich 19685 Mark(h). Der Salberg hatdoch vor dieſem mehr gegeben, ja 1506 an 35266 loͤthige Mark.Silber findet man mit Schwefel, Arſenik und verſchiedenen Me-tallen, als Kupfer, Bley, Spiesglas, Eiſen, Zink, u. m. mi-neraliſiret, und im Gefolge von Quarz, Kies, Kalk, und zu-weilen Hornfelsſtein.
Gediegen Zinn iſt ſehr ſelten. Vor einigen Jahren iſt dochdergleichen bey den Gruben in Cornwall in loſen Erdſtein ge-funden, der aus einer Zwitterrinde von 3 Zoll und einem Kernvon druͤſigem Quarz und weiſſen Arſenik beſtand, worin gedie-gen koͤrnigt Zinn ſaß. Der Arſenik⸗Kalk zeiget, daß es nicht
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(†) Scheffer Wiſſenſch. Acad.Handl. 175e; Lewis Phil, tr. 1754.Wallerius Wiſſ. Acad. Handl. 1765S. 161. Der ſpaniſche Name Pla-tina bedeutet klein Silber. 1741 ſollHr. Wood, ein engliſcher Metallur-gus, etwas hievon von Jamaica mit-gebracht haben, welches, wie ihm be-richtet worden, von Carthagena ge-weſen. Herr Ulloa erwaͤhnet es inſeiner Reiſebeſchreibung 1748 mit we-nig Worten, und Herr Scheffer be-
wieß 1752, daß es ein neues edlesMetall ſey. Herr Macquer und Beau-mé haben es vermittelſt des Brenn-ſpiegels ohne Zuſatz geſchmolzen, wel-ches durch das ſtrengſte chymiſcheFeuer bisher nicht hat bewerkſtelli-get werden koͤnnen. S. Diction deChymie.
( Ulloa Voy. de„' Amer. T. I.524⸗529.(b) Aleſſ. Stredenborg Regn. ſubt.Præf.