Von unterirrdiſchen Hoͤlen. 185
kommt. Die Hoͤle iſt groß, mit Kalk gewoͤlbet, und mit man-nigfaltigen Tropfſtein ausgezieret. Zwo andre Hoͤlen, die wei-ter hinein gehen, ſind gleichſam Zweige von dieſer.
In Gloceſterſhire iſt die Pen⸗Park⸗Hoͤle. Der Bodenderſelben ſoll ein mit Bleyerz vermiſchter weiſſer Stein ſeyn.Man findet unten einen anſehnlichen Sumpf, deſſen Boden 180Fuß unter der Erdflaͤche, und 60 Fuß uͤber den hoͤchſten Urſprungdes Fluſſes Severn iſt, welcher eine halbe Meile davon flieſſet.Die Klippe iſt mit Salpeter uͤberzogen.
S. Patricii Hdle in Irrland hat eine lothrechte Oefnung.Kilcorny Hoͤle eben daſelbſt iſt deswegen merkwuͤrdig, daß, obſie gleich zur Winterszeit ſo trocken iſt, als ein unterirrdiſcher Ortnur ſeyn kann, ſie doch gemeiniglich 3 bis amahl im Jahre durchihren Ausgang mit ſolcher Geſchwindigkeit eine ſo groſſe MengeWaſſer von ſich giebt, daß die daran liegenden Felder einen oderandern Tag auf 20 Fuß unter Waſſer geſetzt ſind, worauf dasWaſſer durch denſelbigen Weg doch langſamer zuruͤcklaͤuft, undauf dem Felde einen duͤngenden Schlamm nachlaͤſſet. Die Zeitdieſer Fluth iſt veraͤnderlich.
In Braunſchweig findet man die beruͤhmte Baumanns-Hdle(i). Die Oefnung gehet durch ein natuͤrliches Gewoͤlbein einen Berg hinein. Die Hoͤle beſtehet aus ſechs Raͤumenmit engen Gaͤngen zwiſchen denſelben; ſie iſt allenthalben mitTropf⸗ und Rindenſteinen gezieret, an welchen der Aberglaubeoder eine ausſchweifende Einbildungskraft ſich Moſen mit zweyHoͤrnern, Chriſti Auferſtehung, Moͤnche, ein betendes Weib,Orgelwerk, u. m. hat vorſtellen koͤnnen. Man ſoll hier klingen-de Pfeiler finden, und eine groſſe Menge Knochen, Zaͤhne, Kinn-
backen
(20 Ein gewiſſer Baumann ſoll loſch, ſo gieng er einige Tage in derdieſe Hole zuerſt unterſucht haben. Irre herum, und kam endlich wiederNach genauern Berichten ſuchte er herauf, ſtarb aber nach einigen Ta-Eiſenerz, aber da ihm die Lampe ver⸗ gen.
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