Band 
I.ter Theil.
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199
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Von Quellen. 199

ſprung in den Alpen, aber ſie leiden doch die ſechs Monathe, dadie Berge mit Schnee bedeckt ſind, und keine Duͤnſte gegen die-ſelben gedraͤnget werden koͤnnen, ohne zu gefrieren, keinen Man-gel an Waſſer. Auſſerdem ſindet man zuweilen Quellen bey ſoniedrigen Huͤgeln, daß die angefuͤhrte Urſache nicht ſtatt findet.Upminſters Quelle liegt 100 Fuß üͤbers Waſſer bey einem Huͤ-gel, der etwas uͤber 16 Fuß hoͤher iſt, und in der ganzen Graf-ſchaft Eſſex iſt kaum ein Ort uͤber 400 Fuß uͤbers Meer, wel-ches nicht zureichlich zu ſeyn ſcheinet, das flieſſende Waſſer derſel-ben zu unterhalten(1). Doch iſt es auch gewiß, daß ſich oft dieFeuchtigkeit bey geringen Hoͤhen anhaͤufet(2)

Ferner traͤgt die Gemeinſchaft der unterirrdiſchen Hoͤlen mitdem Meere oder Seen zuweilen hiezu bey. Von dieſen Waſſer-haͤltern ſteiget der Duͤnſt durch die Ritzen und Oefnungen des Ge-woͤlbes, welcher endlich in Tropfen geſammlet wird, und oft durchganz andre Wege, als er gekommen iſt, wegflieſſet, denn dasWaſſer kann da nicht allezeit durchkommen, wo ſich die Duͤnſtedurchdraͤngen.

Man hat wuͤrklich bemerket, daß dergleichen Duͤnſte in ver-ſchiedenen Bergen aufſteigen, wenn das Geſtein zu einiger Tiefeweggeſprengt iſt(!); aber man kann dadurch allein zu Quellen

um

(i) Derham a. S

t.(9 Prof. Lulof erzaͤhlet, daß bey

Korhorn, einem Landgute bey Waſ-ſenaer, Waſſer geſammlet wird, wel-ches von den Duͤnen durch verſchie-dene Roͤhren zu Waſſerkuͤnſten gelei-tet wird, unter welchen auch eineWaſſerblaſe iſt, worin ein gelindesWaſſer hervorquillt. Dieſe ſtehetbey einer langwierigen Duͤrre ſtill,aber gegen den Regen faͤngt ſie wie-der an zu quillen, zum Beweiſe, daßdie in dem Luftkreiſe zuſammenge-hende Duͤnſte an den Duͤnen zuſam-menflieſſen. Was muͤſſen denn ho-he Berge nicht ausrichten?

Prof. Kaͤſtner hat in Leipzig oftbey ſeinen Beobachtungen eben ſol-che Ungelegenheit gehabt, als Hal-ley. Lulof a. B. 9. 353.

(D Auf dem Berge Odmilooſt inSlavonien wurden einſt Steine ge-brochen. Als man 10 Fuß tief ge-kommen war, brach durch die Ritzenein ſtarker Dunſt mit unglaublicherGeſchwindigkeit hervor, welches 13Tage anhielte; aber nach 3z Wochenwaren alle Quellen des Berges ver-trocknet. So war es auch eine Mei-le von Paris, wo die Cartheuſer-Moͤnche eine Muͤhle hatten. Hierfieng das Waſſer an zu 8egec.

aber