Band 
I.ter Theil.
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205
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Von Quellen. 205

ger, je naͤher der Mond dem Gegenſchein mit der Sonne iſt; jaim Vollmond flieſſet ſie uͤber; aber gegen die Zuſammenkunftmit der Sonne veraͤndert es ſich(). Sollten dieſelben mitSeen in Verbindung ſtehen, die ſich nach der Bewegung desMondes richten?

Zwiſchen Breſt und Landenau iſt ein Brunnen, welcherſteiget, wenn in dem angraͤnzenden Meere Ebbe iſt, und faͤllt,wann in ſelbigem Fluth iſt. Die Urſache davon iſt, weil derBoden des Brunnen hoͤher liegt, als die Waſſerflaͤche des Mee-res bey der Ebbe, daher faͤhret das Waſſer im Brunnen fort zufallen, bis die Meeresflaͤche mit dem Boden des Brunnen waa-gerecht lieget, da ſie denn zugleich ſteigen. Aber wenn dasMeer wieder zu fallen anfaͤnget, ziehet das von der Erde einge-ſogene Waſſer ſich nach den Brunnen, daher es eine Weile ſtei-get, doch faͤnget es an zu fallen, ſo bald es ſeine Graͤnze erreichthat(). Auf Groͤnland ſollen bey Neu⸗ und Vollmond, wenndas Meer ſtuͤrmiſch und Ebbe und Fluth ſtaͤrker iſt, beſonderszur Winterszeit, viele Quellen entſtehen, die man vorher nichtwahrgenommen. Vermuthlich geſchiehet ſolches vermittelſt ei-ner unterirrdiſchen Gemeinſchaft mit dem Meere(ll).

§. 74.

Der Gehalt der Quellen iſt unendlichen Veraͤnderungen un-terworfen, nach der Ungleichheit des Grundes, wodurch die Zu-gaͤnge kommen. Dringt es durch harte Schichten, beſondersdurch Sandſtein, ſo kommt es ganz rein und klar hervor. Diebeſten Quellen werden insgemein auf Hoͤhen gefunden, wo ihrWaſſer entweder durch feſtere Materien geſeiget iſt, oder auchdas reinere meteoriſche Waſſer noch keine merkliche Miſchung an-genommen hat. Auf dem Tafelberge ſoll eine von fuͤrtreflicher

Cc 3 Art(&) Dieſe frieret niemahl, und ihr(1) Memoire de P Acad. a Paris

Dunſt kann mit einer Fackel ange- 1712.zuͤndet werden.(¹¹) Egede a. O. p. 82,