Band 
I.ter Theil.
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209
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Von Quellen. 209

Von den alcaliſchen Materien iſt ein Theil unrein, welchergleichfalls vermittelſt eines Zuſatzes von vorhergedachten fluͤchti-gen Arten in Geſundwaſſer verwandelt wird. Unter ſelbigen ge-hoͤret das Selterwaſſer unter die einfachern(tt). Pyrmon-ter(*), Spaa(**) u. m. enthalten auſſerdem etwas eiſen-

artiges.

(tt) Der Selterbrunnen liegt inChur⸗Trier, und iſt ſo beruͤhmt, daß1755 dafuͤr 18000 Reichsthaler Pachtgeboten wurden. Sein Waſſer ſollnach Oſtindien und wieder zuruͤckge-fuͤhret ſeyn, ohne daß es verdorben.Der Gehalt beſtehet mehrentheils inKochſalz, etwas mineraliſchem Alca-li, wenig alcaliſcher Erde, und einergeringen Spur von Eiſen. Das fluͤch-tige aͤtheriſche in demſelben iſt nichtsanders, als Luft, womit das Waſ-ſer, ſo zu ſagen, uͤberladen iſt. HerrWenel hat ſolches durch einen auf-klaͤrenden Verſuch bewieſen. Er mi-ſchete in gemeines Waſſer ſo viel aci-dum ſalis und mineraliſch Alcali, alseine gleiche Menge Brunnenwaſſerin ſich haͤlt, und ließ die Aufloͤſungin einem vermachten Gefaͤſſe lang-ſam geſchehen. Als ſelbige vollbrachtwar, befand man das Waſſer ſo aͤthe-riſch, als das natuͤrliche im Brun-nen. Bey jeder Aufloſung entdecktſich etwas Luft. Wenn ſelbige aufgewiſſe Art in dem Waſſer einge-mengt wird, ſo macht ſie daſſelbefluͤchtig und geiſtig, welches ein merk-wuͤrdiger Umſtand iſt. S. BuͤſchingsErdbeſchr.; F. Hoffmanns Berichtvom Selterbrunnen; und Diction.de Chymie.

() Die Grafſchaft Pyrmont ge-hoͤret jetzt dem regierenden HauſeWaldeck, und iſt von Alters her we-gen des darin liegenden Geſundbrun-nens bekannt geweſen. Das Waſſer

Bergm. Phyſ. Weltbeſchr.

Man

haͤlt am meiſten alcaliſch Salz, oderErde von ſelbiger Natur, einen ſub-tilen mit feinem unterirrdiſchen Fet-te vereinigten etwas Eiſen enthalten-dem Schwefelgeiſte, und etwas Se-lenit. Die feine Saͤure verſchwin-det nicht an offener Luft, auch nichteinmahl mit Huͤlfe der Hitze, ſondernſie verlaͤſſet nach und nach das Eiſen,und vereinigt ſich mit dem alcaliſchenWeſen, wodurch denn das Waſſer ſei-ner Natur nach gaͤnzlich veraͤndertwird. Das Phlogiſton des Eiſenſcheinet die Urſache zu ſeyn, daß esdurch das alcaliſche Weſen nicht ſoleicht von der Saͤure getrennet wer-den kann. Es geſchiehet dies auseben dem Grunde, aus welchem A-launerde vom Eiſen praͤcipitiret wird.Siehe uͤbrigens von dieſem Sauer-brunnen inſoͤnderheit Dr. Seips Be-ſchreibung.

6†% Der Spaabrunnen liegt inLuͤttich, und enhaͤlt eben ſolche Ma-terien, als der Pyrmonter. SeinSchwefelgeiſt laͤſſet ſich durch 30 Gr.Waͤrme nicht in 8 Tagen von ihmſcheiden, ja nicht durch 70 bis 80 Gr.Waͤrme in 2 Stunden, ſondern dasWaſſer wird noch von Gallaͤpfeln pur-purfaͤrbig. Wenn man eine Blaſeuͤber dies kochende Waſſer haͤlt undfeſt zubindet, ſo wird ſie von einemelaſtiſchen Dunſt gefuͤllet, der Thieretoͤdtet. S. Brownrigg. Phil. trans

1765.Dd