212
Dritte Abtheil. Erſtes Cap.
ben fallen in den Tigris, und flieſſen auf dem Waſſer deſſelbenſo haͤufig, daß Reiſende, welche es zur Luſt an einer Stelle an-ſtecken, dadurch in der Geſchwindigkeit die ganze Oberflaͤche desFluſſes in Brand ſetzen, welcher nicht aufhoͤret, ſo lange es nichtan Materie fehlet(b).
Schwefelhaltige Waſſer findet man ſelten, doch findet manſie an verſchiedenen Stellen in Canada. Aber gemeiniglich iſtder Schwefel durch Alcali oder alcaliſche Erde zur Leber, unddadurch zur Aufloͤslichkeit gebracht. So iſt der Faulbrunnbey Frankfurt am Mayn, und ſo ſind auſſer einigen in Euro-pa, verſchiedene in Canada beſchaffen(c). Arſenik iſt inQuellen noch ſeltener. Es erfordert zu ſeiner Aufloͤſung 14 bisrzmahl ſo viel warmes Waſſer, aber wohl 40mahl ſo viel, wennes kalt iſt. 8
§. 75.
Die Waͤrme des Quellwaſſers richtet ſich nicht allezeitnach dem Luftkreiſe umher. Einige ſind in der waͤrmeſten Jahrs-zeit faſt eiskalt. In Frankreich, ganz oben auf dem BergePila, iſt eine Waſſerſammlung, welches, wenn es gleich ander Sonne geſetzt wird, ſo kalt iſt, daß man es nicht trinken,oder die Hand lange darin halten kann. Eine ſolche Quelle iſtam Fuſſe von Ventoux, und eine auf dem Berge Gene-vre(A), mehrerer zu geſchweigen. Andere, wenn ſie gleichgelinder ſind, halten doch eine ziemlich gleiche Kaͤlte. So iſtes mit Medevi, in welchem der Thermometer unveraͤnderlich6 ½ Gr. üͤber den Gefrierungspunct ſtehet(2). Locka haͤlt auchbey der ſtaͤrkſten Sommerhitze beſtaͤndig 6 Gr. Waͤrme.
Einige(d) Memoire de P'Acad. a Paris.
(½) Otter. Voy. en Turquie& en1693.(2) Hr. Prof. Stromer hat mir
berſe. Er erwaͤhnet auch harzarti-ger Quellen. Kaͤmpfer beſchreibet
verſchiedene Naphtabrunnen. S. A⸗-mœn. exot.(c) Prof. Kalm amer. Reiſe. III.. 430,. 432.
dieſe ſeine Anmerkung guͤtigſt mitge-theilet. Eben derſelbe Grad wardin einer Tiefe von 25 Fuß in demWetterſee, welcher 3 E
e