Band 
I.ter Theil.
Seite
225
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Von Fluͤſſen. 228

weilen eben ſo geſchwinde, als daſſelbe. Zwiſchen dem Bodenund der Oberflaͤche muß die Bewegung am groͤſten ſeyn, denndazu tragen ſowohl die Schwere des obern Waſſers, als die Ge-genwuͤrkung des Bodens das ihrige bey.

Die Oberflaͤche iſt nicht allezeit eben, ſondern bald erhaben,bald ausgehoͤlt, nach den verſchiedenen Umſtaͤnden. Wenn dasWaſſer durch Niederſchlag, Schneeſchmelzung, oder durch ande-re Urſachen ſchnell zunimmt, ſo waͤchſet die Geſchwindigkeit in derStrecke des Fluſſes, dadurch wird die Wuͤrkung der Schweredeſſelben vermindert, und dies verurſacht, daß das Waſſer in derMitte hoͤher ſtehe, damit das Gleichgewicht erhalten werde.Dies gehet zuweilen ſo weit, daß man das Waſſer in der Mittedes Fluſſes uͤber 3 Fuß hoͤher findet, als an den Seiten(c).

Nahe bey dem Auslaufe, ſo weit als die Meeresfluth in dieFluͤſſe hinaufſteiget, welches an einigen Orten bis auf 100 Mei-len vom Ufer bemerkt wird, findet man die Oberflaͤche hohl. DieStrecke des Fluſſes behaͤlt gemeiniglich ihren Lauf, aber an denSeiten ſteiget das Meerwaſſer auf, bis es endlich in die Streckedes Fluſſes hineingezogen wird, und nach derſelben zuruͤcklaͤuft.

Die Waſſerwirbel werden daher in groſſen Fluͤſſen deſto ſtaͤr-ker bemerket, je naͤher ſie dem Meere kommen. Sie entſtehenuͤberhaupt von einer ſolchen doppelten Bewegung, deren eben ge-dacht worden, ob ſie gleich nicht allemahl in ſelbiger Urſache ih-ren Grund haben. Sie koͤnnen nicht allein durch lebendige Kraͤf-te oder in der Bewegung verurſachte Hinderniſſe hevorgebrachtwerden, ſondern auch durch todte Kraͤfte, als Bruͤcken, Inſuln,gekruͤmmte Ufer, u. dglx. Wenn das Waſſer unter einer Bruͤckewegflieſſet, muß die Geſchwindigkeit nach umgekehrter Verhaͤlt-niß der Sehne des Bruͤckenbogens, oder der Breite der Bruͤcke,wachſen. Man gewinnet dadurch an gewiſſen Stellen eine an-

ſehn-

(c) Der Ingenieur Hopeau hat dies einmahl in dem Aveiron bemerkt.Buͤffon a. St.

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