Band 
I.ter Theil.
Seite
227
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Von Fluͤſſen. 32..Waſſers kann daher durch den Druck des annahenden Waſſerszunehmen, ehe es ſelbſt ſo weit gekommen iſt, ohne daß die aͤuſ-ſerlichen Umſtaͤnde des obern Waſſers ſonderlich veraͤndert wer-den. Wenn viele Boote auf einem Strom ſind, wird die Ge-ſchwindigkeit des obern Waſſers vermindert, aber fuͤr das untereWaſſer vermehret.

Die Ueberſchwemmungen ſind gemeiniglich deſto geringer, jenaͤher der Fluß ſeinem Auslaufe iſt, denn wenn alles uͤbrige gleichiſt, ſo waͤchſet die Geſchwindigkeit, wenn gleich der Fall kleinerwerden ſollte. Die Daͤmme, welche bey Ferrara 20 bis 25Meilen vom Meere gegen den Po aufgeworfen worden, beduͤr-fen daher eine groͤſſere Hoͤhe, naͤmlich einige 20 Fuß, da 5 bis 6Meilen vom Auslaufe ungefaͤhr 12 Fuß zureichlich ſind, ungeach-tet die Breite des Canals einerley iſt(e).

Wenn das Waſſer in einem Fluſſe zunimmt, ſo waͤchſet auchdie Geſchwindigkeit deſſelben, bis die Ueberſchwemmung geſchie-het, da ſie anſehnlich kleiner wird. Hiedurch geſchiehet es, daß,nachdem das Waſſer einmahl uͤbergefloſſen, oder uͤber ſeine ge-woͤhnlichen Graͤnzen geſtiegen iſt, es viele Tage ſtehen bleibet,wenn die Menge des Waſſers gleich im Strome abnimmt, denndie Geſchwindigkeit, womit es abgefuͤhret wird, iſt ſehr klein.Ob der Wind dem Waſſer entgegen iſt, oder mit demſelben ge-het, hat hierin allerdings vielen Einfluß.

In den mehreſten Stroͤmen ſind zufaͤlliger Weiſe im Herbſtoder Fruͤhling Fluthen. Sie haben auf dem ebenen Felde oderin breiten Thaͤlern gemeiniglich hoͤhere Ufer, als das uͤbrige Feld,denn bey Ueberſchwemmungen bleibt daſelbſt der meiſte Schlammſtehen, welchen dieſe Zufaͤlle haͤufig mit ſich fuͤhren. Daher ge-het ein eben geuferter Fluß oft hoͤher, als das darum liegendeFeld iſt.

Unter den Fluthen, welche ſich zu gewiſſen Jahrszeiten ein-ſtellen, iſt diejenige des Nilſtroms ohne Zweifel die beruͤhmte-Ff 2 ſte.

12) Caſtelli, Racolta d'autori che trattato del moto delb Aeque, Vol. I.