Dritte Abtheil. Zweites Cap.
ſte. In Athiopien regnet es vom April bis zum September,und die Fluth faͤnget daſelbſt gemeiniglich im May an, aber in
Egypten ſelten ehe, als im Junius.che pfleget das Waſſer anfangen zu fallen.
Um der Herbſtnachtglei-Vor 3000 Jahren
ſoll das Waſſer ungefaͤhr 16 Fuß geſtiegen ſeyn, ehe es das Landuͤberſchwemmen koͤnnen, 900 Jahr nachher zweymahl ſo hoch,und gegenwaͤrtig iſt nicht weniger, als 50 Fuß zureichend.In den drey erſten Monathen des Jahrs ſind die Tage in Athio-pien und Abyſſinien klar; aber ſo bald die Sonne untergehet,kommen Regen und Gewitter. Nachher regnet es in einem fort.
(†) Herodot berichtet, daß der Nilzu Myris Zeit 8 Tneis geſtie-gen, aber zu ſeiner Zeit 15 bis 16,als Egypten uͤberſchwemmt ward.Letztgenannte Hohe ſcheinet nachherlange fuͤr die richtige gehalten wor-den zu ſeyn, denn Plinius ſagt,(Hiſt.Nat. V. 9.) daß es Miswachs bedeu-te, wenn der Fluß nur auf 12 ſtie-ge; 13, theure Zat; 14, froͤlicheEinwohner; 15, mache vergnuͤgt,und 16 verkuͤndige eine reiche Ernd-te. Die 16 Kinder auf der Nils-ſaͤule, welche noch in Rom geſehenwerden kann, und ein Schaupfen-ning vom Trajan, worauf dieſelbevorgeſtellet wird, imgleichen ein Kind,das auf 16 zeiget, geben eben daſſel-be zu erkennen. Plinius XXXVI. 7.Die groͤſte Hoͤhe, naͤmlich 18, ſoll erunter dem Kayſer Claudius erhal-ten haben, und die kleinſte waͤhrenddes pharſaliſchen Krieges. Im vier-ten Jahrhunderte ſpricht Kaiſer Ju-lian nur von 15, welche noͤthig waͤ-ren, das Land unter Waſſer zu ſe-tzen. Dreyhundert Jahre nachher,als die Saracenen Egypten untersJoch brachten, ſollen dazu nicht uͤber16 bis 17 gehoͤret haben. S. Doct.Sbaw Voy. Tom. II. Als Mailletda war, waren nicht weniger als 24
Der
Draa zureichend, welche 48 franzoͤſi-ſche Fuß ausmachen ſollen. Um dasSteigen des Fluſſes zu meſſen, ſol-len, nach dem Diodor, die Koͤnigein Memphis ein Neuloœσoreioyhaben bauen laſſen, deſſen Einrich-tung man jetzt nicht mehr kennet.Der Nilmeſſer ſoll nachher verſchie-denemal geaͤndert oder neu gebauerworden ſeyn, wodurch in dem Maaſ-ſe viele Unſicherheit entſtanden. Dr.Waw berichtet, daß die Egyptier demTuͤrken nach der Verhaͤltniß, als derNil ſteiget, die Schatzung bezahlenmuͤſſen, und daß 16 noch ein Zeicheneiner reichen Erndte iſt. Ohne Zwei-fel verſtehen dieſe Oberherren dieKunſt, ſich nicht zum Nachtheil zumeſſen. Der gegenwaͤrtige Nilmeſ-ſer, oder ſo genannte Mikeas, ſtehetan dem ſuͤdlichen Ende der InſulRodda, grade gegen Alt⸗Cairo. Esiſt eine Saͤule, mehr als 50 Fuhoch, welche in 3 Haupttheile abge-theilet iſt, deren jeder 8 groſſe con-ſtantinopolitaniſche Ellen haͤlt. Sieiſt in einem Vierecke eins eſchloſſen,welches auf einem Gewoͤlbe ruhet,unter welchem der Fluß wegläͤuft.Cap Norden hat ſie auf ſeiner Rei-ſe abgezeichnet.