240 Dritte Abtheil. Viertes Cap.
zwvoen Urſachen, naͤmlich zuerſt durch eine wuͤrkliche Vermehrung,und danäaͤchſt durch Hemmung der Ausduͤnſtung; denn eine feuch-te und kuͤhle Luft zieht ungleich weniger Waſſer, als eine warmeund reine.Was von dem periodiſchen Steigen und Fallen von gewiſſenSeen vorgegeben wird, iſt oft ungegruͤndet. Man berichtet vomWenerſee ein ſiebenjaͤhriges Sinken und Erheben der Oberflaͤ-che, aber es gruͤndet ſich nicht auf ſichere Beobachtungen. Sei-ne Hoͤhe aͤndert ſich zwar, und zuweilen auf 6, 8 und mehr Fußin zwo oder drey Wochen, aber dieſe Veraͤnderung iſt keineswe-ges an eine gewiſſe Anzahl Jahre gebunden. Dieſer See nimmtſein Waſſer weit her bis von dem Sewobergsruͤcken, was iſtes dann Wunder, daß ſeine Veraͤnderungen nicht allezeit aus demWetter in ſeiner Nachbarſchaft erklaͤret werden koͤnnen?Von dem Genferſee wird geſagt, daß er ſeine Hoͤhe ganzer12 bis 16 Fuß im Jahre aͤndern ſoll. Er ſoll vom Schluſſe desJenners bis zum Julius oder Auguſt ſteigen, nach welcher Zeitſein Waſſer nach und nach wieder abnimmt. Ja er ſoll auch ei-nige Fuß in einer Stunde, und zwar verſchiedenemal des Tages,fallen koͤnnen. Es ruͤhret ſolches ohne Zweifel von der Schnee-ſchmelzung auf den umliegenden Bergen, ſtark veraͤnderlichemWetter, Zulaufe der Fluͤſſe, und dergleichen Umſtaͤnden her(u).Einige Seen verlieren zu gewiſſen Zeiten alles Waſſer, ſodaß der Boden gaͤnzlich trocken iſt. So iſt es mit dem ſonder-barem Zirknizer⸗See in Krain beſchaffen. Er iſt 3 Meilenlang, 3 Meile breit, und ungefaͤhr 15 Fuß tief, mehr oder weni-ger nach der Ungleichheit des Bodens. Er nimmt 8 Fluͤſſe zuſich. Um Jacobi, auch zuweilen nicht ehe, als im Auguſt,faͤngt ſeine Oberflaͤche an zu ſinken, und in 25 Tagen wird derganze See leer, wenn nicht vieler Regen einfaͤllt. Drey Wo-chen nachher pflegt das auf dem Boden gewachſene Gras gemaͤ-het werden, welches gutes Heu giebt. Dann wird er an gewiſ-ſen(u) Phil. trans. abr. Vol. II. S. 3182. Hamb. Magaz. X.