Band 
I.ter Theil.
Seite
244
JPEG-Download
 

244 Dritte Abtheil. Viertes Cap.

welche die Natur vermuthlich an einigen Stellen anwendet. Vonihrer Werkſtaͤte ausgeſchloſſen, koͤnnen wir in ſolchen Erklaͤrun-gen ſelten weiter kommen.

§. 91.

Der Gehalt der Seewaſſer iſt ſehr ungleich. Einige ſchei-nen ganz rein zu ſeyn, wenigſtens ſind ſie ungemein klar. Soiſt der Wetterſee beſchaffen, woſelbſt man mehr als 20 Fadentief einen Pfennig auf dem Boden ſehen kann. Der Genfer-See ſoll auch ſo durchſichtig ſeyn, daß man in anſehnlicher Tiefeden Boden ſiehet.

Was ſonſt den Gehalt betrifft, ſo iſt es klar, daß derſelbegroſſen Theils von der Beſchaffenheit des Waſſers herruͤhre, wel-ſches die Zufluͤſſe darin ergieſſen; zuweilen traͤgt doch der Bodenſelbſt anſehnlich dazu bey, wenn ſolche Materien darin gefundenwerden, welche ſich mit dem Waſſer vermiſchen koͤnnen.

Loug⸗Neagh in Irland iſt ſeiner verſteinernden Kraft we-gen bekannt, welche das Holz durchdringet, ohne ſelbiges anderszu veraͤndern, als es ſchwerer und dichter zu machen. Man fin-det hier Feuern, Eſchen, und zuweilen Eichenholz mehr oder we-niger angegriffen. Zuweilen iſt von demſelbigen Stuͤcke einTheil unveraͤndert, und der andere verſteinert. Erſteres giebtim Feuer Flammen, und verbrennet zu Kohlen, letzteres kanngluͤend gemacht werden, aber es wird nicht verzehret, doch wirdſeine Schwere vermindert, dies letztere geſchiehet vermuthlichdadurch, daß einige unveraͤnderte Holzfaſern verbrennen, dennzuweilen ſchieſſet davon eine blaͤulichte Flamme aus. Wenn dasverſteinerte gluͤend gemacht und pulveriſiret wird, ziehet es derMagnet ſtark an. Was nur unvollkommen durchdrungen iſt,wird im Feuer nicht zerſtoͤhret, ſondern wird roth und ſchimmernd.Das verſteinerte brauſet mit Vitrioloͤl nicht auf. Die Tincturdavon wird dunkelroth. Diejenige vom Scheidewaſſer hat einelebhafte rothe Farbe. Hier iſt alſo eine eiſenartige oder vitrioli-

ſche