Band 
I.ter Theil.
Seite
243
JPEG-Download
 

1*

Von Seen. 23243v. F. o0.

Verſchiedene Seen toben und gehen hoch, wenn gleichder Luftkreis ſtill iſt, wovon ohne Zweifel einfaͤltige Leute die An-leitung zur Vorſtellung der Seemutter, Waſſergoͤtter, und an-derer Seegeſpenſter genommen haben. Solche Bewegungen ent-ſtehen von Winden, die durch unterirrdiſche Gaͤnge und Oefnun-gen mit mehr oder weniger Heftigkeit ausbrechen..

Bey Boleslaw in Boͤhmen kommen aus einem bobenloſenLoche ſo ſtarke Winde, daß ſie zuweilen zur Winterszeit Eisſtuͤ-cken von mehr als 100 Pfund aufheben, und nachher weit umherwuͤten(2).

Der Wetterſee gehet zuweilen bey ſtillem Wetter in groſſenWogen, und eben dergleichen ſoll ſich auch in Schottland mitdem See Lemond zutragen(a). Der Bejaſee in Portugalſoll gegen die Zeit eines Ungewitters ein Getoͤſe machen, das maneinige Meilen hoͤren kann(H).

Wir haben im vorigen geſehen(c), daß die Erde inwendigvoller Gaͤnge und Hoͤlen von allerhand Art ſey. Die Werkſtaͤteder Natur wird beſtaͤndig im Gange erhalten; neue Coͤrper ent-ſtehen, alte werden zerſtoͤhret, und bey allen dieſen Geſchaͤftenwird entweder eine Menge Luft hervorgebracht, oder wenn manlieber will, ſie wird von der Vereinigung, worin ſie vorher war,befreyet(d). Wenn dieſe Aufbruͤche an ſolchen unterirrdiſchenOrten geſchehen, welche einige Oefnung auf dem Seeboden ha-ben, zum Exempel in AB(Fig. I11.), ſo dringet dieſe neueLuft durch das Waſſer in die Hoͤhe, wenn entweder der Luftkreisleichter wird, oder eine unterirrdiſche Waͤrme die eingeſchloſſeneausdehnet. Auf die Weiſe kann der See gehen, toben und heu-len ohne heftige Bewegung der Luft. Dies iſt eine Moͤglichkeit,

b 2 wel-

(2) AG. erud. 1682.(c) S. Cap. von unterirrdiſchenen.

(a) Becman a. St. S. 93.(d) Halcs Veget. Stat. Verglei-

( von der Burges Reiſe. che§. 107.