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Fuͤnftes Capitel.Vom Weltmeere.
§. 94.
We haben die trockenen Theile der Erdkugel ſchon oft als In-
ſuln, die von dem groſſen Weltmeere umfloſſen ſind, an-geſehen, und dies ſoll nun genauer betrachtet werden. Die Na-men, welche es an verſchiedenen Stellen fuͤhret, lernet man ausder allgemeinen Erdbeſchreibung, aber hier ſollen ſeine natuͤrli-chen Merkwuͤrdigkeiten unterſucht werden, wobey wir uns zu-erſt etwas bey den Meerbuſen aufhalten, welche beſonders erwaͤh-net zu werden verdienen.
§. 95.Die Oſtſee nimmt jetzt einen Raum von 3650 Quadratmei-len ein, aber ſie duͤrfte vor dieſem, nach verſchiedenen Anleitun-
gen, ihre Graͤnzen wohl weiter erſtreckt haben(p).
Sie hat
drey Ausfluͤſſe ins weſtliche Meer, naͤmlich durch den Sund,
(p) Ich will hier nur einer Welt-Charte erwaͤhnen, welche in dem Klo-ſter St. Michele di Murano in Vene-dig gefunden wird, und von einemMoͤnch daſelbſt, Nahmens Aauro,der zu ſeiner Zelt fuͤr den beſten Geo-graph gehalten worden, auf Verlan-gen des Königs Alphonſi v. in Por-tugal verfertiget iſt. Dieſe Charte,davon das Original noch im Kloſterverwahret wird, ſtellet die Oſtſee vielbreiter vor, als ſie jetzt iſt, und das,was nun wuͤrklich feſtes Land iſt, alsScheeren. Sie iſt nicht ſo aus demKopfe gemacht, als man ſich vielleichtanfangs einbilden duͤrfte. Auſſer denvenetianiſchen Edelleuten, Nils und
Bergm. Phyſ. Weltbeſchr.
den
Anton Feni, welche im raten Jahr-hunderte viel in der Nordſee ſchiffe-ten, ſo ſegelte P. Quirini, welcherein gelehrter Mann war, 1431 vommittellaͤndiſchen Meere ein Stuͤcknordlich von Drontheim, fuhr nach-her zu Lande bis Stegeborg in Oſt-gothland, wo damals ein italiaͤniſcherEdelmann, Franco, wohnte, und ſoweiter bis Lodesö, wo er zu Schiffegieng. Solche Huͤlfsmittel hat AMlau-ro gehabt. Hr. Canzleyrath Fernerhat dieſe merkwuͤrdige Charte genaubetrachtet, welche die Kenntniß die-ſer Zeit vom Waſſer und Lande be-weiſet. S. des erwaͤhnten Herrn Re-de von der Waſſerabnahme, S. 45.
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