Vom Weltmeere. 253
ren muß, und alſo das ſchwerere in der Tiefe gezwungen wirdeinen entgegengeſetzten Lauf zu nehmen(c).—
Die Tiefe des mittellaͤndiſchen Meeres iſt an wenig Stel-len groß. Gegen das franzöoſiſche Ufer ſoll ſie am anſehnlichſtenſeyn, und nach Verſuchen ungefaͤhr 1500 Faden(d).
Der arabiſche Meerbuſen, oder das ſo genannte rotheMeer, hat eine Oberflaͤche von ungefaͤhr 3400 Quadratmeilen.Von dem Urſprunge des Namen deſſelben ſind verſchiedene Mei-nungen, ſo daß es ſchwer iſt, und auch der Muͤhe nicht lohnet,die richtige auszuſuchen(2). So viel weiß man gewiß, daß dasWaſſer von den vielen rothen Corallen, die in groſſer Menge aufdem Grunde wachſen, an vielen Stellen roth ausſiehet(†).
Daß dieſer Meerbuſen mit dem mittellaͤndiſchen Meere ei-ne unterirrdiſche Gemeinſchaft habe, will man von einem Meer-ſchweine(Delphin) ſchlieſſen, welches um das Jahr 1342 im ro-then Meere gefangen, mit einer auf ſelbiges befeſtigten Schriftſogleich losgelaſſen, und das Jahr darauf bey Damiata wieder
gefangen worden(§).
(c) WFdorus nennet das mittellaͤn-diſche Meer das groſſe; SaluſtiusMare ſecundum; Plinius internum;Strabo glaubt, daß es ehedem eineSee geweſen, und die Meerenge Gi-braltar nachher aufgebrochen. Geogr.L. I. S. 85. Dergleichen findet manbeym Plinius Hiſt. Nat. L. IV. c. 13.und L. 10. Procem. Unter den neueniſt Buͤffon derſelben Meinung. Kir-cher und Kuͤhn fuͤhren das uͤberfluͤſ-ſige Waſſer durch unterirrdiſche Gaͤn-ge aus dem mittellaͤndiſchen Meereab; Halley und Buͤffon, durch dieAusduͤnſtung, welche Popowitzdurch die unterirrdiſche Waͤrme ver-mehret, wobey er ſich auf den Aetna,Veſuv, die neuen Inſuln, u. m. be-
ruft.8 Maxſigli Hiſt. phyſ. de la Mer. 11.
Wenn dies wahr iſt, wie es doch vielenJi 3
Zwei-
(e) Plinius fuͤhret an, daß es ſei-nen Namen ven einem Koͤnige E-rythros erhalten, vom rothen Waſſeru. m. Die Portugieſen berichtetenanfangs, daß der Sand auf dem Bo-den roth ſey.
(f) Don Juan fand das Waſſerdem andern gleich, aber klaͤrer, undan einigen Stellen ſahe es von denCorallen auf dem Grunde roth aus.Hiſt. gen. des Voy.
() Kircher fuͤhret dies aus demAbul Aen an, der von den Wun-dern Egyptens geſchrieben. Er be-richtet, daß ein Meerſchwein mit ei-ner angehefteten Kupferplatte freygelaſſen worden, auf welcher einearabiſche Aufſchrift des Inhalts ge-weſen, daß ihm Amed Abdala, Ba-cha von Suez, das Leben geſchenkt,und dieſen Zierrath verliehen im 720
Jahre