Vom Weltmeere. 255
In Anſehung der Tiefe merket man einen anſehnlichen Un-terſcheid, aber darin ſcheinet doch eine uͤbereinſtimmende Gleich-heit zu ſeyn, daß es ſich gegen den Kuͤſten allenthalben nach denUfern richtet, ſo daß wenn dieſe ſchroff und jaͤhe ſind, auch dasMeer an denſelben eine gleichfoͤrmige Tiefe hat, und umgekehrt,wenn die Ufer in die Laͤnge geneigt ſind. Die Seefahrer bedie-nen ſich oft dieſer Umſtaäͤnde, wenn die Frage vom Ankern vor-kommt(1). Wenn das uͤbrige vom Seeboden in eben ſeolcherUebereinſtimmung mit dem trockenen Lande ſtuͤnde, ſo muͤſte dasWeltmeer gegen den Chimborazzo in Suͤdamerica am tiefſtenſeyn, und nachher ein anſehnliches Thal mit den CordillerasBergruͤcken parallel gehen: gegen die oͤſtliche Seite von Aſienmuͤſte es ſeicht werden: in dem atlantiſchen Meere wuͤrde einigeTiefe mit der Hoͤhe von Pico auf Teneriffe uͤbereinſtimmen:das mittellaͤndiſche Meer wuͤrde gegen den weitgeſtreckten At-las am ſeichteſten ſeyn, aber an einer mit dem Maudit uͤberein-
Inſul Baharen in dem perſiſchenMeerbuſen 4 bis 5 Faden tief ſuͤſſesWaſſer gefunden werde, das vermuth-lich von einem ſolchen Fluſſe oderQuelle kommt. S. deſſen Reiſen cap.VI. Bey Goa, Ormus und im nea-politaniſchen Meere trifft man aufdem Grunde fuͤſſe und warme Quel-len, und anderwaͤrts Quellen vonBergfett. Buͤffon a. St. S. 352.Bey Languedoc ſollen ſich, nach Mar-Iigli Zeugniß, fette Stroͤme zwiſchenSteinkohlen ins Meer ergieſſen. Am-bra und Bernſtein ſind nichts an-ders, als coagulirte Berg⸗ und Pflan-zenferte, welches die fremden einge-ſchloſſenen Cörper und ChemiſcheAufloſungen genugſam einzeugen. Siewerden ſowohl in der Erde, als aufdem Grunde des Meeres gefunden,und taͤglich an die Ufer von der Seeausgeworfen, das erſtere beſonderszwiſchen Africa und Aſten, und das
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letztere in der Oſtſee, Die Hollaͤn-diſche Oſtindiſche Compagnie kauffteeinmal von dem Koöͤnige auf Tidoreinen Ambraklumpen von mehr als2 Fuß im Durchſchnitt, und 182 Pf.ſchwer. Bernſtein findet man inProvence in den Bergritzen, aber miteiner Rinde, faſt wie die Feuerſteine,umgeben. S. Mem. de'Acad. a ba-ris 1700. In Samland in Preuſ-ſen und an verſchiedenen Orten inSachſen, Boͤhmen, Schleſien, Un-garn, Italien u. m. trifft man ihnin ordentlichen Erdſchichten. Seinnaͤchſtes Geſchlecht, Gummi Copal,wird an den Beninſchen Kuͤſten auf-geworfen. S. Lebmam Mem. dePAcad. a Berlin.
( S. Dampiers Reiſen, Vol. II.Die Norwegiſchen Bauern habenſich auch aus eigener Erfahrung hier-nach Regeln von der Tiefe gemacht.S. Pontoppidgn a. St. I. S. 109.