Band 
I.ter Theil.
Seite
269
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Vom Weltmeere. 269

Ort durch zwo Meerengen, und die eine 6 Stunden nach der er-ſtern. Wenn beide Fluthen gleich ſtark waͤren, muͤſte die Waſ-ſerfjaͤche unveraͤndert bleiben. Wenn aber das nicht iſt, oderder Mond weit vom Aequator iſt, ſo muͤſſen im Tage 2 groſſe und2 kleine Fluthen wechſelsweiſe kommen. Die 2 groſſen machendenn zuſammen die Fluth, und die zwey kleinen die Ebbe desOrts aus, ſo daß in einem Tage ſich nur ein Steigen und ein Fal-len aͤuſſert. Aus dergleichen Gruͤnden koͤnnen auch die uͤbrigenAbweichungen erklaͤret werden..

H. Ior.

Das Meer hat an gewiſſen Stellen kreisfoͤrmige Bewegun-gen, welche man Wirbel nennen kann. Der Chalcidiſche iſtſehr bekannt, aber von den Alten ganz verſchieden beſchrieben(Z).Neuere Nachrichten melden, daß ſich waͤhrend eines Monathsdie Ebbe und Fluth 20 Tage regelmaͤſſig zeiget, aber den 9. 10.11. 12. 13. 21. 22. 23. 24. 25 und 26. koͤnnen ſich die Veraͤnderun-gen 12, 13 oder 1amahl einſtellen(a). Eine ausfuͤhrliche Be-ſchreibung des Grundes und der uͤbrigen Umſtaͤnde, wird kuͤnf-tig die Materialien geben, durch deren Huͤlfe hievon eine hin-

laͤngliche Erklaͤrung gegeben werden kann.

herleiten, und Carteſius wandte ſei-

ne Wirbel, aber eben ſo ungluͤcklich,dazu an. Endlich kam Neruon, dieEhre des menſchlichen Verſtandes,und loͤſete das Raͤthſel auf. Die groͤ-ſten Naturkundige, als Halley, Ca-valeri, Bernoulli, Euler, Mac- Lau-rin u. m. haben ſeitdem nach ſeinenGruͤnden dieſe Sache aufgeloͤſet. BeyBriſtot, an dem Ausfluſſe Avons,ſteiget die Fluth zur Herbſt⸗ undFruͤhlingszeit im Neu⸗ und Vollmon-de 45 engliſche Fuß, aber in denViertheilen nur 25. Newton findetdaraus das Verhaͤltniß der Kraͤfteder Sonne und des Mondes, wie 1zu 3 ½⅞. Bernoulli bedienet ſich Tbou-

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rouds Beobachtung bey S. Malo da-zu, da die Fluth in ſolchen Umſtaͤn-den 50 und 15 Fuß iſt, woraus dasVerhaͤltniß 1 zu 1§ wird.

(7) Strabo, Mela, u. m. Liviusſaget, die Bewegung deſſelben ſey ſoveraͤnderlich, als der Wind. PaulLucas ſahe, daß er ſich in einer Stun-de ſiebenmahl aͤndere, und ein ander-mal nur einmahl in zween Tagen.Es iſt ein Maͤhrchen, daß Ariſtotelesſich erſaͤuft habe, weil er dieſen Wir-bel nicht erklaͤren koͤnnen.

(a) Jeſ. Babin Phil. trans. II,S. 289. Er hat 2 Jahre in der Ge-gend gewohnt.