Band 
I.ter Theil.
Seite
273
JPEG-Download
 

Vom Weltmeere. 2273

groſſen Kreiſe herum nach dem Schneckengange des Grundes ge-

fuͤhret(d1). Dies und mehreres, welches genauerer Unterſu-

chung bedarf, entſtehet ohne Zweifel von der Lage der Klippen,

der Tiefe des Grundes, Ebbe und Fluth, und andern Umſtaͤn-

den, die nicht anders, als an Ort und Stelle erforſcht werden

koͤnnen.§. 102. 1b

Stromgang nennet man den Gang, welchen das Meerlaͤngere oder kuͤrzere Zeit vom Jahre auf einer Stelle beſtaͤndiggegen eine gewiſſe Gegend hat.

Von dem gruͤnen Vorgebuͤrge nach Fernando Po gehetein ſo ſtarker Strom von Weſten nach Oſten, daß ein Schiff in2 Tagen von Moura nach Benins Fluß, oder uͤber 650 Meilengehen kann, aber zur Ruͤckreiſe gebraucht es 6 bis 7 Wochen,und kommt doch ohne Huͤlfe von Stuͤrmen nicht fort. Er er-ſtreckt ſich 7 bis 10 Meilen vom Lande. Zwiſchen dem Vorge-buͤrge der guten Hoffnung und Madagaſcar iſt ein heftigerZug von Nordoſt nach Suͤdweſt, beſonders zwiſchen erwaͤhntemVorgebuͤrge und dem Lande Natal.

Im Bengaliſchen Meerbuſen bey Sumatra gehet ein ſoſtarker Strom von Suͤden nach Norden, daß Malacca dadurcheine Halbinſul geworden zu ſeyn ſcheinet(e).

In den Lazari⸗Scheeren, wenn man nach den Philippini-ſchen Inſuln ſegelt, ſoll an einigen Stellen der Zug ſo ſtarkſeyn, daß ein Ankertau von 24 Zoll im Durchmeſſer zerreiſſet(†).

Bey Java, Manilla, und an mehr Orten, ſind gleich-falls ſehr maͤchtige Stromgaͤnge, und das ganze Jahr durch faſtunveraͤnderlich. 8

Andere richten ſich dagegen nach gewiſſen Jahrszeiten. InOſten vom Vorgebuͤrge der guten Hofnung zwiſchen 24 und

30

(d) Paul Lucas Ferr. Reiſe.(f†) Fournier Hydrogr. Liv. X.(e) Varenius, Buffon. c. 31.

Bergm. Phyſ. Weltbeſchr. Mm