Band 
I.ter Theil.
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278
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2278 Vierte Abtheil. Erſtes Cap.

ſetz bey allen Druͤckungen fortgehe, ſolches iſt noch nicht vollkom-men abgemacht. Die Graͤnzen, wie weit dies Nachgeben gehe,haben bisher nicht beſtimmt werden koͤnnen. Es iſt an ſich ſelbſtklar, daß, wenn aller Zwang, mit welchem die Luft umgeben iſt,gehoben wird, jedes Theilchen eine gewiſſe Groͤſſe einnehmenmuß, welche die natuͤrliche genannt werden kann, indem ſelbi-ge nur vermittelſt eines Zwanges veraͤndert wird. Die Verſu-che zeigen, daß die Luft an der Erdoberflaͤche in einem 1340mahlkleinern Raum zuſammen gezwungen werden kann, das iſt, daßdie Schwere anderthalbmahl groͤſſer wird, als die Schwere desWaſſers(p), und vielleicht kann ſolches noch weiter gehen, alsdie bisherigen Verſuche reichen. So viel iſt indeſſen auſſer al-lem Zweifel, daß ſolches endlich aufhoͤren muͤſſe, und die Luftdurch keine Kraft weiter zuſammen gedruckt werden koͤnne. Umunſere Gedanken an etwas gewiſſes zu heften, ſo ſey R(Fi ig. 15.)eine Feder, die in vollkommener Freyheit iſt, und alſo ihre na-tuͤrliche Ausdehnung hat; wenn dieſelbe zuſammen gerollet wird,ſo nimmt ſie immer weniger und weniger⸗Raum ein, aber wenndie Gaͤnge uͤberall einander beruͤhren, ſo laͤſſet ſie ſich nicht weiterin engere Graͤnzen bringen. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit den Luft-theilchen, was ſie uͤbrigens fuͤr eine Figur haben moͤgen.

Wie weit ſich die Luft an der Erde, wenn ſie in Freyheit iſt,ausdehnen werde, weiß man auch nicht genau. Nach einigenVerſuchen ſoll ſolches bis zu einer 13759 mahl groͤſſern Ausdeh-nung gehen(q). Da alſo die Luft, welche wir athmen, biszum 1340ſten Theil ihrer vorigen Ausdehnung, und durch dieFreyheit zu einen 13769 mahl groͤſſern Raum gebracht werdenkann; ſo wuͤrde, wenn dies die Graͤnzen waͤren, ſich die natuͤrli-che Groͤſſe zu der kleinſten, die moͤglich iſt, verhalten, wie 13769zu z½, oder wie 18 Millionen und 450460 zu 1.

§. 505.

(½) S. Buͤffons Anmerkungen zu Dr. Hales Statique des Vegetaux;Deſagulier.(2) Boyle.