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Viert Fr.eäe
Erſtes Capitel.Vom Luftkreiſe.
§. 104.
D' fluͤßige und durchſichtige Weſen, welches unſere Erdku-
gel auf allen Seiten umgiebt, nennen wir den Luftkreis.Er Dase der taͤglichen ſowohl, als jaͤhrlichen Bewegung derErde. Es iſt auch klar, wenn die Erdkugel in Ruhe waͤre, undim Augenblick ſolche Bewegungen, als ſie nun hat, erhielte, daßdie Traͤgheit des Luftkreiſes durch die Reibung bald uͤberwunden,und er in eine ſolche Bewegung geſetzt werden wuͤrde. SeineHauptmaterie iſt Luft, deren Eigenſchaften in der Naturlehreumſtaͤndlich abgehandelt werden. Hier ſoll nur mit wenig Wor-ten das hauptſäͤchlichſte erwaͤhnet werden, welches die gegenwaͤr-tige Materie ins Licht ſetzen kann.
Die Schwere der Luft verhaͤlt ſich zur Schwere des Waſ-ſers ungefaͤhr, wie 1 zu 800. Das Verhaͤltniß iſt in Anſehungder Reinigkeit und Dichtigkeit beider verglichenen Materien ver-aͤnderlich(0). Die Figur der Theile iſt unbekannt, aber ſo vielweiß man, daß jeder derſelben elaſtiſch iſt, das iſt, er laͤſſet ſichin einem geringern Raum zuſammendruͤcken, und nimmt ſeinevorige Groͤſſe wieder an, ſo bald die aͤuſſere Gewalt aufhoͤret.Nach den angeſtellten Verſuchen ſind die Raͤume in umgekehrterVerhaͤltniß der zuſammendruͤckenden Schweren; aber ob dies Ge-
Mm 3— ſetz(0) CGalilæus ſetzt es, wie 1 zu 400, beide ſehr fehlerhaft ſind. Das Mit-und Riccioli, wie 1 zu 10000. Dies tel von 5 Muſchenbroekſchen Verſu-
ſind der groͤſte und kleinſte mir be⸗ chen giebt 1 zu 722, und von vierkannte Ausſchlag, die ohne Zweifel Verſuchen von Hallgy, 1 zu 738.