Vom Luſftkreiſe. 289
Das Steigen und Fallen des Barometers zeiget, daß dieSchwere des Lufrkreiſes beſtaͤndig veraͤndert werde. Der groͤſteUnterſcheid der Barometerhoͤhen gehet ſelten uͤber 2 ½ Zoll, wel-ches doch in dem Druck auf den menſchlichen Coͤrper einen Unter-ſchied von 3450 Pfund ausmacht, ja eine einzige Linie macht eineVeraͤnderung von 138 Pfund. Dieſe Verſchiedenheit der Schwe-re ruͤhret von verſchiedenen Umſtaͤnden her. Eine groͤſſere odergeringere Menge Duͤnſte thut dabey ohne Zweifel etwas(X), aberdoch nicht alles. Denn geſetzt, daß der Niederſchlag vom gan-zen Jahre 20 Zoll ausmache, und daß ſich derſelbe auf einmahlin der Luft aufhielte, ſo wuͤrde der Barometer dadurch nicht voͤl-lig 1x Zoll ſteigen. Daher beruhet das Steigen und Fallen amwenigſten auf einige wuͤrkliche Vermehrung oder Verminderungder Schwere des ganzen Luftkreiſes, ſondern darauf, daß dieHoͤhe und Dichtigkeit deſſelben veraͤndert wird. Die Ungleich-heit der Waͤrme iſt hiebey eine bedeutende Urſache, denn wennſelbige uͤber einen Ort vermehret wird, ſo wird die Luft leichter,ſteiget in die Hoͤhe, und breitet ſich an den Seiten aus, wodurchdie druͤckende Menge vermindert wird. Wenn in der Nachbar-ſchaft die Waͤrme vermehret wird, ſo nimmt die Menge der Luftzu. Im Gegentheil, wenn der Luftkreis an einer Stelle durchdie Kaͤlte zuſammengezogen wird, ſo fallen die hoͤhern Luftpfeileran den Seiten ihrer Fluͤſſigkeit wegen ſogleich daruͤber, wodurchſich daſelbſt mehr druͤckende Materie ſammlet. Wenn auch eineſolche Zuſammenziehung oder Ausdehnung uͤberall gleich ſtark waͤ-re, ſo daß die Menge der druͤckenden Materie fuͤr jeglichen Ortweder vermehret noch vermindert wuͤrde, ſo wuͤrde doch dieSchwere veraͤndert werden, denn durch die Zuſammenziehungkommen die Theilchen der Erde naͤher, und beſchreiben bey dertaͤglichen Umwaͤlzung der Erde kleinere Kreiſe, welche Umſtaͤnde
beide
) Hartſocker macht ſolches faſt gen der Hößhen des Queckſilbers. SSallein zur Urſache der Veraͤnderun- Cours de Phyfique.
Bergm. Phyſ. Weltbeſchr. Oo