290 Vierte Abtheil. Erſtes Cap.
beide die Schwere vermehren, ob ſolches gleich oft ſehr wenigſeyn wird. Bey der Ausdehnung findet das Gegentheil ſtatt.
Winde und Bewegungen im Luftkreiſe ſcheinen am meiſtenzu den Ungleichheiten der Queckſilberhoͤhen beyzutragen. Dennvielerwaͤrts zwiſchen den Wendekreiſen, wo der Wind beſtaͤndigOſten iſt, gehet die jaͤhrliche Veraͤnderung nicht an eine Linie.Wo zween entgegen geſetzte Winde mehr Luft zuſammenpacken,oder anhaͤufen, wo ein Luftſtrom herunterwaͤrts gehet, u. m. damuß der Barometer ſteigen; aber wenn die entgegen geſetztenWinde aus einerley Orte wehen, ein Luftſtrom hinaufwaͤrts ge-het; wo ein waagrechter Wind mit Heftigkeit ſtreicht, und denDruck der daruͤber liegenden Luft hindert, u. ſ. w. da muß er fal-len(„¶). Aus dem angefuͤhrten kann man ſchon ſchlieſſen, wasOrcane, Aufbrauſungen, Schwaͤchung der Federkraft, uftfeueru. m. ausrichten koͤnnen.
Was bisher von der Schwere des Luftkreiſes geſagt worden,gilt nur von den Materien, die nicht vermoͤgend ſind, durch Glaszu dringen, denn wenn die feinſten Lufttheilchen, oder irgend einanderes in der Luft ſich aufhaltendes Weſen durch die Zwiſchen-raͤumchen der Barometerroͤhren frey ein⸗ und ausgehet, ſo iſt esklar, daß dadurch das Queckſilber nicht in die Hoͤhe gehaltenwird.
§. 109.
Die Figur und Hoͤhe des Luftkreiſes koͤnnen nicht mitGewißheit beſtimmt werden. Es ſeyn A und B(Fig. 16.)zwey Lufttheilchen, das erſtere ſey von der Schwere des Luftkrei-ſes zuſammen gedruckt, und das letztere in ſolcher Hoͤhe, daß esſeine natuͤrliche Groͤſſe erhalten. Wenn nun die Groͤſſen A undB ſamt der Schwere des Luftkreiſes gegeben waͤren, ſo wuͤrde
man() Dr. Halley Phil. trans. abr. werde, wenn ein Theil davon in ei-Vol. II. Hawesbec hat ein eigenes ner heftigen waagrechten Bewegung
Inſtrument erdacht, zu beweiſen, iſt. S. ſeine Phyſico- mechan. ex-daß die Schwere der Luft verringert perim.