Band 
I.ter Theil.
Seite
308
JPEG-Download
 

308 Vierte Abtheil. Drittes Cap.

Die Nachbarſchaft des Meeres, groſſe Hoͤhen, Waͤlder unddergleichen, verurſachen die Ungleichheit des Niederſchlags anverſchiedenen Stellen. Waſſer giebt mehr Materie zum Re-gen, als trocknes Land; daher auch alle vom Waſſer kommendeWinde gemeiniglich Feuchtigkeiten mitbringen. Berge undWaͤlder tragen auch viel dazu bey. Gegen dieſelben werden dieWolken von den Winden zuſammengedruckt; gegen ſelbige wer-den auch die Wolken durch die allgemeine anziehende Kraft, undzuweilen durch die Electricitaͤt gezogen. Die Kaͤlte derſelben ver-urſacht, daß die Duͤnſte zuſammenfallen, und bald diejenige Dich-tigkeit erreichen, die nicht weiter zulaͤßt, daß ſie ſich im Luftkrei-ſe erhalten koͤnnen.

Drittes Capitel.Von Lufterſcheinungen.

H§. 11922

Wi haben im vorigen angemerkt, daß die Luft an ſich ſelbſt. eine blaue Farbe zu haben ſcheinet(i); uͤbrigens trifftman hier aber alle Veraͤnderungen an. Es iſt aus der Natur-kunde bekannt, daß das Tageslicht, oder dasjenige, was manweiß nennet, aus einer Vermiſchung von ſieben Hauptfarbem be-ſtehet; roth, brandgelb, gruͤn, blau, purpur, violet. Wennein Coͤrper alle dieſe ungleiche Lichtſtrahlen faſt in gleicher Mengeins Auge ſchickt, ſo heiſſet er weiß; wirft er eine Art derſelbenhaͤufiger zuruͤck, ſo wird auch nach derſelben ſeine Farbe genannt,wobey doch nach der ungleichen Miſchung unendliche Veraͤnderun-gen vorkommen. Wenn die Oberflaͤche eines Coͤrpers von derBeſchaffenheit iſt, daß keine Strahlen davon zuruͤckprallen koͤn-nen, ſo bemerkt man an ihm gar keine Farbe, oder das, was

man

9) H. 110. Fila divæ Virginis ſind wuͤrkliche Spinnenfaͤden, undalſo nichts meteoriſches.