Band 
I.ter Theil.
Seite
309
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Von Lufterſcheinungen. 309

man uͤberhaupt ſchwarz nennet: Wenn der Bau eines Coͤrpersſo beſchaffen iſt, daß er alle Arten Strahlen ohne Unterſcheid vonſich wirft, ſcheinet er weiß, ſonſt aber wird ſeine Farbe nach denmeiſten, die er von ſich wirft, beſtimmt(*). 8

Da die Dichtigkeit der Wolken und ihre Stellung unendlichveraͤndert werden kann, ſo begreifet man leicht, daß ihre Farbeſehr verſchieden ſeyn müͤſſe. Wenn ſie zwiſchen der Sonne unddem Auge ſtehen, ſo ſind ſie zuweilen ſo dicht, daß ſich nur we-nige Strahlen durchdraͤngen koͤnnen, da ſie denn dunkel ausſe-hen; zuweilen fallen nur die rothen Strahlen durch, und zuwei-len einige andere ſchwaͤchere. Wenn die Wolken von oben ange-ſehen werden, ſehen ſie weiß aus. Iſt die Stellung anders be-ſchaffen, ſo werfen ſie nach der Verſchiedenheit und Dichtigkeitder Stellung der Materie verſchiedene Strahlen zuruͤck. Mankann daher Wolken von allerhand Farben ſehen, worunter diegruͤnen doch die ſeltenſten ſind(l).

Auſſer dieſen findet man aber im Luftkreiſe verſchiedene Far-ben unter ordentlichen und beſtaͤndigern Figuren, welche nun ei-gentlich erzaͤhlet werden ſollen.

1I1“

Die angenehmen und farbigten Bogen, welche ſich oft beymRegenwetter ſehen laſſen, ziehen inſonderheit die Aufmerkſam-keit auf ſich. Dieſe Regenbogen zeigen ſich, wenn der Zu-ſchauer den Regen vor ſich hat, und den Sonnenſchein im Ruͤ-cken. Es ſey das Auge in O(Fig. 18.), abc und def zweenRegentropfen, die als ſtillſtehend angeſehen werden koͤnnen; dennob ſie gleich beſtaͤndig einen andern Ort einnehmen, ſo kommendoch jeden Augenblick andere an ihrer Stelle. Der Abſtand derSonne von der Erde iſt ſo groß, daß die zu uns kommende Strah-

Qq 3 len( S. Nevxvton“ Optik. ne Wolken. Sollte dieſe Farbe wohl(7) Frezier ſahe beym Untergang von dem Wiederſchein des Meeres

der Sonne, als ſie durch den Wen⸗ kommen?dekreis des Krebſes gieng, ſchoͤne gruͤ-