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Von Lufterſcheinungen. 311
Es ſey SOM den Sonnenſtrahlen parallel, ſo iſt klar, daßdie Regenbogen in dieſer Linie ihren Mittelpunct haben, worausweiter folget, daß, wenn der Winkel MOR, oder die Hoͤhe derSonne= o iſt, der halbe Regenbogen geſehen werden koͤnne,und wenn der Zuſchauer auf eine Hoͤhe ſtiege, von welcher er420 unter der Linie UR ſehen koͤnnte, er den ganzen Regenbo-gen wuͤrde ſehen koͤnnen(m). Aber ſo bald die Sonne hoͤher,als 42 Grad kommt, kann uͤberall kein Regenbogen von der er-ſten Art erſcheinen. Hieraus kann man erkennen, zu welcherJahres⸗ oder Tageszeit Regenbogen moͤglich ſind.
Da der ſcheinbare Durchmeſſer der Regenboͤgen von jederArt eine beſtaͤndige Groͤſſe iſt, ſo iſt klar, daß man ſie allezeitgleich groß ſiehet, man mag ſich gegen ſie hin oder von ihnen wegbewegen, ob er gleich in der That deſto kleiner, je naͤher der Re-gen iſt, darin er gebildet wird. Jeglicher Zuſchauer ſiehet ei-nen beſondern Bogen.So iſt es gewoͤhnlich hiemit beſchaffen. Aber zuweilen ent-ſtehen falſche Bogen von zufaͤlligen Urſachen, welche den wahrenRegenbogen entweder ſchneiden, oder ſich in ihm ſtellen. Daserſtere kann vom Waſſer, welches die Strahlen zuruͤckwirft, ver-urſacht werden, da die Strahlen gleichſam von einer Sonne un-ter dem Horizont in den Regen kommen(n); das letztere vonStrahlen, welche von den Hauptſtrahlenbuͤſcheln zerſtreuet wer-den(0).Zuweilen erſcheinen Bogen gegen dem Monde, aber dieſeſind allezeit ſehr ſchwach(p).Man
fiol. Peripath. 293.
(m) Graf Fr. Picus von Mirandaſahe auf einer Reiſe nach Florenz faſteinen ganzen Bogen. Magiri Phy-Cardanus hateinen dergleichen geſehen.
(7) Man findet ſolche bemerkt vomCeſſiug. Wiſſ. Acad. Handl. 1742;
Etienne Phil. tr. 1666; Halley Phil,tr. n. 420;3 Senguerd Phyf.; OuthierVoy. u. m.
„160) vgwig. Bilfinger, u. m.
Arqſtoteles erwaͤhnet zwee-ner; Verdries hat einen;z Weidlereinen geſehen-