BVon Lufterſcheinungen. 315
Schmelzen entſtandener Waſſertropfen oder eine andere Schwe-re haͤngt, welche ſie aufrecht in die zuft haͤlt, ſo laſſen ſich dieNebenſonnen dadurch erklaͤren. Es ſey das Auge in 0(F. 21),die Sonne in S; und in A und F die erwaͤhnten Eisnadeln.Wenn der Strahl SF in das Auge geworfen wird, ſo muß esein helles Sonnenbild in E-auf eben die Art, wie in einem cylin-driſchen Spiegel, ſehen, folglich in gleichem Abſtande vom Ho-rizont, als die wahre. Von vielen dergleichen entſtehet der hel-le Ring. Der Strahl SO kommt nach der Brechung in derdurchſichtigen Oberflaͤche der Nadel Ains Auge, und ſtellet einefalſche Sonne in B vor. Eine ſolche, wiewol ſchwaͤchere, kannbey D durch den Strahl SNO hervorgebracht werden, die voneiner horizontalen Nadel N nach zwo Brechungen und einer Zu-ruͤckwerfung entſtehet. Die Schwaͤnze koͤnnen Folgen vonſchwaͤchern Brechungen in einigen Nadeln ſeyn, die um die kraͤf-tigſte liegen. Viele kraͤftige Nadeln uͤber einander vermehrendie Anzahl der Bilder.
Die angefuͤhrte Erklaͤrung ſcheinet ſo viel mehr gegruͤndet zuſeyn, da unterdeſſen, daß ſich an einigen Orten Nebenſonnen ge-zeiget, in der That hiezu geſchickte Eisnadeln herabgefallen ſind.Die groͤßte Schwuͤrigkeit beſtehet darin, wie ſie ſo lange im Luft-kreiſe erhalten werden.
Zuweilen ſiehet man Creute oder lothrechte und waagerechteArme uͤber die Sonne oder den Mond gehen(a). Die waage-rechten koͤnnen durch die Brechung in lothrechten Eisnadeln ent-ſtehen, und die lothrechten Arme durch die Brechung in waage-rechten Nadeln(h).
Eine falſche aufgehende Sonne gegen den Untergang derwahren, die einigemal beobachtet worden(c), iſt vermuthlicheine Nebenſonne geweſen. Rr 2§. 123.
a) J. A. Schmid hat ein Creuz Conſtantinus M. 312 uͤber die Son-uͤber den Mond beſchrieben. Auch ne geſehen, ein ſolches geweſen.Hevel. Auf der Sternwarte zu Pa⸗(5) Hagenius a. O.
ris iſt 1677 den 7 May eine ſolche(c) Hevelius ſahe eine ſolche 1661.bemerket. Vermuthlich iſt das, was im