Band 
I.ter Theil.
Seite
320
JPEG-Download
 

320 Vierte Abtheil. Viertes Cap.

de nach ihrem Untergange auf(). Im Winter zeiget ſie ſel-ten eine Probe von Electricitaͤt. Je waͤrmer die Laͤnder ſind,deſto haͤufiger ſind die Donnerwetter und mehrere electriſche Wuͤr-kungen. Sollte alles dies nicht eine Verwandtſchaft mit derWaͤrme verrathen, um ſo viel mehr, da man weiß, daß der Tur-malin nur durch Veraͤnderung der Temperatur des umgebendenMittels, und verſchiedene Harze durch ſchmelzen electriſiret wer-den. Vielleicht haben auch gewiſſe Berge und Oerter auf derErdkugel eine turmaliniſche Natur, oder ſie erhalten auch vomSchwefel, der vom unterirrdiſchen Feuer geſchmolzen iſt, eineelectriſche Kraft, und theilen dieſelbe der daruͤber liegenden Luftund den Duͤnſten mit.

Aber es mag mit der Art und Weiſe, wodurch dieſe Krafterweckt wird, beſchaffen ſeyn, wie es wolle, ſo iſt dies wenig-ſtens gewiß, daß die Luft und die darin ſchwimmende Wolken oftmit Electricitaͤt erfuͤllt ſind. Man kann ſie ja niederziehen,ſammlen, und Verſuche damit anſtellen, was man fuͤr welchewill.

§. 127.

Irrlichter heiſſen kleine unſterige Flammen, die einige Fußuͤber der Erde hie und dort hinhuͤpfen. Zuweilen ſcheinen ſie zuverloͤſchen, da ihnen vermuthlich Buͤſche und Baͤume das Lichtbenehmen, aber ſie zuͤnden ſich gleich an andern Stellen wiederan. Die Figur und Grooͤſſe ſoll veraͤnderlich ſeyn. Sie zuͤndennicht an, aber die Berichte ſagen, daß ſie einen Schwefelgeruchhaben.

In kalten Laͤndern ſind ſie ſelten, und man giebt vor, daßſie ſich inſonderheit zur Winterzeit an moraſtigen Orten zeigen.In Spanien, Italien und andern heiſſen Orten ſind ſie allge-meiner zu allen Jahrszeiten, und verloͤſchen weder vom Regennoch Wind. Wo Gewaͤchſe und Thiere verfaulen, als auf Kirch-hoͤfen, Schindangern, in Suͤmpfen, u. m. ſollen ſie am haͤufig-

ſten(f†) Mazeas Phil, trans. 1753.