Band 
I.ter Theil.
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339
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Von Winden. 339

Beſondere Umſtaͤnde fuͤr gewiſſe Oerter koͤnnen den oͤſtlichenWind mehr oder weniger drehen, ja an einigen Orten kann erihm ganz entgegen geſetzt werden. Es ſind hiezu vermuthlichmehrere Urſachen, die noch nicht bekannt ſind. Zuweilen duͤrf-te die Beſchaffenheit des Grundes etwas zur Sache thun. Wennſelbiger ſandig iſt, und ſtark erwaͤrmet wird, ſo wird er ſpaͤt er-kaͤltet, und erhitzet indeſſen die obenliegende Luft, welche auf-waͤrts flieſſet, ſich ausbreitet und duͤnner wird, wodurch die ſtaͤr-keſte in der Nachbarſchaft hinzuſtuͤrzet, und ſo ein beſtaͤndigerStrom entſtehet, wenn dieſelbige Urſache beſtaͤndig ſtatt findet.Kuͤſten, Bergruͤcken, u. m. koͤnnen auch dem oͤſtlichen Winde eineandere beſtaͤndige Wendung geben.

Wo ſolche beſtaͤndige Luftſtroͤme einander begegnen, da kannnach der Staͤrke und Richtung der Winde eine Brechung entſte-hen, ein neuer und beſtaͤndiger Wind aufkommen, oder auch ei-ne Windſtille werden. Es werden dann Wolken von vielenWinden dahin getrieben, wodurch hier viele electriſche Wolkenpoſitive ſowohl, als negative, imgleichen unelectriſche angetrof-fen werden, ſo daß Orcane, Regen, Wolkenbruͤche und Don-nerwetter auf das ſchrecklichſte ausbrechen. Eine ſolche Bre-chung ſoll nordlich von der Linie vom vierten bis zum zehntenGrade zwiſchen den Mittagskreiſen ſeyn, welche die Inſuln desgruͤnen Vorgebuͤrges einſchlieſſen.

§. 135.

Paſſatwinde nennen die Seefahrer ſolche, die nur gewiſſeZeiten des Jahrs herrſchen. Man findet dergleichen beſondersim Indiſchen Meere. Zwiſchen Madagaſcar und den afri-caniſchen Kuͤſten wehet der Suͤdoſtwind vom October bis zumMay, aber den uͤbrigen Theil des Jahrs gehet der Wind, ſowie in der freyen See, naͤher nach der Linie in Suͤdweſt. Zwi-ſchen Ajan, Arabien und Malabar, und im BengaliſchenMeerbuſen bis gegen die Linie hinab, regieret ein heftiger Suͤd-

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