Band 
I.ter Theil.
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343
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Von Winden. 343

len grade entgegen gehen. Wenn man die Geſchwindigkeit desobern Windes aus der Bewegung der Wolken ſchlieſſet, ſo iſtſie zuweilen drey Meilen in einer Stunde, und zuweilen ſo ſtark,daß die Sammlungen der Duͤnſte davon zerſtreuet und zerſtoͤhretwerden.

§. 137.

Winde koͤnnen durch alles entſtehen, was das Gleichge-wicht der Luftpfeiler aufhebet, und zwar deſto ſtaͤrkere, je groͤſſordie Ungleichheit wird. Waͤrme und Kaͤlte ſind hiezu kraͤftigeTriebfedern. Eine ungleiche Menge Duͤnſte vermehret dieSchwere der Luft an einer Stelle mehr, als an andern. Die inWolken geſammlete Duͤnſte druͤcken die Luft, darin ſie ſchwim-men, und zwingen ſie oft, an den Seiten Auswege zu ſuchen.Auſſerdem wuͤrken die Duͤnſte in die Federkraft der Luft, und daſie von mancherley Art ſind, ſo entſtehen ohne Zweifel verſchiede-ne Gaͤhrungen, wenn ſie vermiſcht werden, welche theils durcherweckte Waͤrme oder Kaͤlte, oder auch durch Hervorbringungoder Verſchluckung der Luft das Gleichgewicht veraͤndern, welchesdann, wenn es einmal gehoben iſt, nicht ſo leicht wieder herge-ſtellet wird. Man ſiehet, daß das Meer noch hoch gehe langenachdem ſich der Sturm gelegt hat.

Die Erde ſelbſt traͤgt auf viele Art dazu bey. Windhoͤlenund wetterlauniſches Waſſer erregen oft Winde. Zur Herbſtzeitgehen im Gewaͤchsreiche viele ſolche Veraͤnderungen vor, bey wel-chen Luft hervorgebracht, oder aus der Gefangenſchaft befreyet zuwerden pfleget. Nach der Menge der vermodernden Materieniſt dieſe neue Luft an verſchiedenen Orten in verſchiedener Menge.Zur Fruͤhlingszeit, da die Natur wieder aufzuleben anfaͤngt undvielerley Coͤrper zubereitet werden, ſollte da nicht eine anſehnlicheMenge Lufttheilchen verſchluckt, und in die Verbindung der neu-en Coͤrper verſchloſſen werden? Sollten dieſer Urſachen wegen

Herbſt und Fruͤhling den Winden nicht mehr ausgeſetzt ſeyn,als andere Jahrszeiten?Fuͤnfte