342 Vierte Abtheil. Fuͤnftes Cap.
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Unbeſtaͤndige Winde regieren uͤber den groͤßten Theil derErdkugel. Es koͤnnen zwar gewiſſe Winde haͤufiger an einemOrte ſeyn, als andere, aber deswegen finden ſie ſich nicht zugewiſſen Zeiten und in beſtaͤndiger Ordnung ein. Inſonderheittrift man ſolche auf dem trockenen Lande. Gegen den Nordpolſcheinet der Nordwind regieren zu wollen, und gegen den Suͤdpolder Suͤdwind. Uebrigens ſind die Winde zu einer und eben der-ſelben Zeit an Oertern, die in anſehnlicher Entfernung von einan-der liegen, ganz unterſchieden. Sie brechen ſich an Waͤlder,Bergen, und allerhand Gegenſtaͤnden; erhalten durch die Kaͤlte,Waͤrme, Engen, Raͤume, Feuchtigkeit u. m. ungleiche Staͤrke,nach Beſchaffenheit des Bodens und anderer Umſtaͤnde.
Die beſtaͤndigen Winde wehen gemeiniglich eben und legenan einigen Orten kaum 12 Fuß in einer Secunde zuruͤck, aberdie unbeſtaͤndigen gehen heftiger fort. Wenn ſie 70 Fuß in einerSecunde oder 7Meilen in einer Stunde gehen, ſo ſind ſie graͤu-lich, reiſſen Baͤume aus, und brechen dicke und feſte Coͤrperab(b). Andere ſind doch viel gelinder. Die mittelmaͤßigengehen 1½ Meile in einer Stunde, aber einige uͤbertreffen die Ge-ſchwindigkeit eines Reuters nicht. Die freyen Winde haben ei-nen ungleichen Gang. Bald legen ſie ſich, um gleichſam aus-zuruhen; bald kommt dann ein heftiges blaſen. Es ſcheinetſolches von Luftwellen herzukommen, welche ihren Zwiſchenraumeben ſo, wie im Waſſer haben. Wenn der Wind von Gaͤhrun-gen entſtehet, muͤſſen auch dieſe dazu beytragen.
Die Bewegungen der Wolken zeigen zur Genuͤge, daß derLuftkreis in ungleichen Hoͤhen weder einerley Geſchwindigkeitnoch Richtung habe, ja daß die untern Winde den obern zuwei-
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(b) Wariotte fand, daß der hef⸗ nerne Saͤule von 12 Fuß hoch, 5tigſte Wind 32 franzoͤſiſche Fuß in Fuß breit, und 2 Fuß dick, abgebro-einer Secunde gieng; aber Derham chen ward. Ein anders mahl wareinmahl, daß er 66 engliſche Fuß in die Geſchwindigkeit 81 Fuß in einerſelbiger Zeit gieng, wodurch eine ſtei⸗: Secunde.