Von regelmaͤßigen Veraͤnderungen. 345
einander zuweilen ſehr nahe kommen. Der Hafen bey Bergenin Norwegen ſoll nicht oͤfter zufrieren, als die Seine bey Pa-ris, ungeachtet dieſe Oerter in der Breite 12 Grade unterſchiedenſind(a). Auf der malabariſchen Kuͤſte iſt es vom Septemberbis zum April Sommer, aber an der andern Seite des gatiſchenBergruͤckens oder in Coromandel iſt es dann die Regenzeit oderWinter, ſo daß hier an einigen Orten unter einerley Breite,Winter und Sommer nur um einige Meilen von einander ent-fernet ſind.
Es iſt daher ſehr ſchwer, die rechte Beſchaffenheit der Cli-mate und die Jahrszeiten fuͤr jeden Ort feſtzuſetzen. Gemeinig-lich nennet man den Theil des Jahrs, welcher gewoͤhnlich amwaͤrmeſten iſt, Sommer; und den kaͤlteſten, Winter; die ge-lindere Jahrszeit zwiſchen Winter und Sommer, Fruͤhling;und Herbſt, eine dergleichen zwiſchen Sommer und Winter.In dieſer Betrachtung verſtehe ich in dem folgenden unter Climanichts anders, als das gewoͤhnliche Verhalten an einem Orte inAnſehung der Waͤrme, des Niederſchlags u. d. oder kuͤrzer, dieBeſchaffenheit der Jahrszeiten; aber zur Beſtimmung der Jahrs-zeiten reichet der Thermometer nicht zu. Eine gewiſſe Vereini-gung vieler Umſtaͤnde verurſacht, daß verſchiedene Gewaͤchſe inungleichen Zeiten ausſchlagen, bluͤhen, Frucht tragen, ihre Blaͤt-ter verliehren, u. m. doch allezeit in gewiſſer Ordnung, ſderge-ſtalt, daß, wenn gleich gemeiniglich ſolches das eine Jahr ruͤheroder ſpaͤter geſchiehet, als das andre, doch die Ordnung gleich-wohl allezeit einerley iſt, wenn das uͤbrige gleich iſt. Solcher-geſtalt koͤnnten durch Beobachtungen von einigen Jahren fuͤr dieJahrszeiten in der Natur ſelbſt gegruͤndete Kennzeichen bemer-ket, und eine zuverlaͤßige Vergleichung zwiſchen den Climatenerhalten werden. Man koͤnnte z. B. fuͤr Upſal den Anfang desFruͤhlings rechnen, wenn der Huflatig(Tuſſilago farfara)
uU(d) Pontoppidan.Bergm. Phyſ. Weltbeſchr..er