Band 
I.ter Theil.
Seite
348
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348 Fuͤnfte Abtheil. Erſtes Cap.

de unter einen Winkel von 53 ½ Grad auf die Horizontalflaͤche undnur unter 6 Grad zur Zeit der Winterſonnenwende, dahermuͤßte, wenn alles uͤbrige gleich iſt, die erwaͤrmende Kraft derSonne im erſten Falle viermahl ſtaͤrker ſeyn, als im letztern.

Auſſerdem iſt die Laͤnge der Tage hiebey ein Umſtand vongroſſer Bedeutung. Es iſt klar, daß eine ſchwaͤchere Wuͤrkung,wenn ſie laͤnger anhaͤlt einer weit ſtaͤrkern gleich werden, und ſieuͤbertreffen koͤnne. Auf die Art wird an den Oertern, die auf-ſerhalb der Wendekreiſe liegen, ein Theil der ſchwaͤchern Wuͤr-kung erſetzt, welche von dem ſchiefen Einfall der Sonnenſtrahlenverurſacht wird. In den kuͤrzeſten Naͤchten verliehret ſich nichteinmahl alle Waͤrme, welche der Tag hervorgebracht hat, unddurch ſolchen Ueberreſt wird ebenfalls eine Vermehrung derſelbengewonnen.

§. 141.

Zufaͤllige Urſachen machen, daß die Waͤrme unter einerleyBreite ganz verſchieden iſt, und daß ſie uͤberhaupt nicht ſo befun-den wird, wie es die Entfernung der Sonne und ihre Lage erfor-dert. Wir wollen hiebey zuerſt unterſuchen, was der Luftkreishiezu beytraͤgt. Wenn derſelbe aus reiner Luft beſtuͤnde, ſo wuͤr-den die Lichtſtrahlen darin natuͤrlicher Weiſe deſto mehr aufgefan-gen, gehindert und zuruͤckgeworfen werden, je laͤnger der Wegiſt, den ſie zuruͤcklegen muͤßten. Durch eine auf Verſuche ge-gruͤndete Ausrechnung, ſollen von 10000 Strahlen SA(F. 31.),die lothrecht auf den Luftkreis AH fallen, 8123 nach O hin ge-langen; wenn ſie aber ſchief auffallen, ſo daß der Winkel BOHz. B. 50 Gr. iſt, von einer gleichen Anzahl, nur 7624; wenn derWinkel 7 Gr. iſt, nur 2031; und nicht mehr als 5, wenn der Ein-fall horizontal geſchiehet, wie HO(). Indeſſen iſt es ſchwergenau zu beſtimmen, was dieſe Verringerung vor einem Verhaͤlt-niſſe folge. Ungleiche Dichtigkeit, eine groͤſſere oder geringereBeymiſchung fremder Theilchen; die verſchiedene Natur der

Duͤn-() Bouguer.