Von regelmaͤßigen Veraͤnderungen. 351
wenn die Waͤrme in einer Menge wuͤrkſamer Feuertheilchen be-ſtehet, ſo ſcheinet es nicht, daß ſie dadurch, daß ihrer mehr an-kommen, geſchwaͤcht werden koͤnne; wenn ſie aber auch nichtsanders waͤre, als eine Bewegung der eigenen Theile des Coͤrpers,ſo ſcheinet es eben ſo wenig, daß dieſelbe durch beſtaͤndiges An-ſtoſſen geringer werden muͤßte. Aber es mag damit ſeyn, wiees wolle, ſo iſt klar, daß die ungleiche Natur des Bodens, derungleiche Zugang der Waͤrme von unten zu, das Vermoͤgen, ei-ne erlangte Waͤrme laͤnger oder kuͤrzer erhalten zu koͤnnen, u. m.auch zu den Unterſcheid der Climate etwas beytragen koͤnnen.
§. 142.
Ich erwaͤhnte eben des ungleichen Zuganges der Waͤrmevon unten zu. Dieſe bedarf einer Erklaͤrung. Man findet,daß das Waſſer auf der Oberflaͤche zufriere und niemahls in eineranſehnlichen Tiefe, daher nimmt man Anleitung zu ſchlieſſen, daßdas Waſſer weiter von der Oberflaͤche waͤrmer iſt. VerſchiedeneErfahrungen zeigen, daß die Veraͤnderungen der Waͤrme desLüftkreiſes keine ſonderliche tiefe Wuͤrkung haben, ſo wenig aufdem trockenen Lande, als im Waſſer. Im Keller der Stern-warte zu Paris, 88 Fuß unter der Erdoberflaͤche ſtehet der Ther-mometer das ganze Jahr 123 Grad uͤber den Gefrierungspunct.Bey Ardingham zwiſchen Calais und Boulogne, ſoll in einemGrubenbau auf 489 Fuß Tiefe, beſtaͤndig einerley Grad Waͤrmeſeyn(). In Engelland, in einem im Berge geſprengtenKeller, 82 Fuß tief, ſoll der Grad der Waͤrme, beſtaͤndig etwasuͤber 10 Grad ſeyn(2). Wie tief die Wuͤrkung der Sonnen-ſtrahlen ſich in die Erde erſtrecket, iſt nicht erforſchet. So vielweiß man, daß in Engelland in einer Tiefe von 2 Fuß, der Ther-mometer in Jahrsfriſt von 3 bis 18 Grad ſteigen kann, da er ſichin ſolcher Zeit im Sonnenſchein von 2 Grad unter dem Gefrie-
rungs-
(F) AMickeli du Creſt. S. Mairan a. S.(ꝗ Beyle Op. Vol, IUII.