Band 
I.ter Theil.
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357
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Von regelmaͤßigen Veraͤnderungen. 357

wind aufhoͤret, verſchwinden dieſe Plagen, ja die weiten Holz-riſſe verlieren ſich ſo, daß man davon nicht die geringſte Spurnachher ſiehet(T).

Jeder Ort hat ſeine Vorzuͤge und Beſchwerlichkeiten, diemehrentheils ſo gegen einander abgemeſſen ſind, daß es ſchwerzu ſagen iſt, welcher den Vorzug verdienet, wenn man nicht ge-wiſſe Neigungen zu Rache ziehet. Quito wird von Gewitternund Erdbeben geplaget, und wenn Lima fuͤr letzteres geſichert,und wegen der Menge Floͤhe und Wanzen einigermaſſen ertraͤg-lich waͤre, ſo wuͤrde es in ein irrdiſches Paradies verwandelt wer-den. Es regnet hier nie, und iſt doch kein Mangel an nothwen-digem Waſſer; hier ſind die Gewitter ſo unbekannt, als bey unsder beſtaͤndige Oſtwind; hier hat man zu jeder Zeit die ſchoͤnſtenFruͤchte. Alle Jahrszeiten ſind angenehm, und ihr Wechſel er-hoͤhet das Vergnuͤgen. Der Fruͤhling kommt im Schluſſe desNovembers oder Anfange des Decembers; alsdenn klaͤret ſichdie Luft auf, und alle lebendige Geſchoͤpfe werden froͤlicher. Dar-auf folget der Sommer, deſſen Hitze durch einen beſtaͤndigen undkuͤhlenden Suͤdwind gemaͤßiget wird. Im Junius kann maneinen kleinen Herbſt rechnen. Gegen Anfang des Julius wehetder Suͤdwind ſtaͤrker, das Wetter wird kuͤhler, bis 10 Uhr waͤh-ret der Nebel, da er gemeiniglich ſteiget und duͤnne Wolkenmacht, damit der Himmel, als mit einem Flor uͤberzogen wird.Dies waͤhret bis in die Mitte des Novembers, und macht dieJahrszeit aus, welche man Winter nennet. Die Erde wird ſodurch den Nebel befeuchtet, daß die trockenſten Plaͤtze, die in denuͤbrigen Jahrszeiten kahl ſind, nun gruͤnen, und mit allerhandBlumen prangen(a).

Der Wind iſt das ganze Jahr zwiſchen Suͤd und Suͤdoſt.Etwas von der Erde iſt er am ſtaͤrkſten, welches ſowohl auf ho-hen Thuͤrmen, als Bergen deutlich bemerkt wird. Der heftigſtezuftſtrom iſt des Winters am niedrigſten, doch reichet er auch des

Yy 3 Som-(2) Röoͤmer.(a) Uhoa.